1 Milliarde Euro Entwicklungsgelder für 10 neue Atomkraftwerke in Indien

Indien will neue Atomkraftwerke bauen. Das Land erhält Milliarden an Entwicklungshilfe aus Deutschland. Das soll saubere Energie sein.

Deutschland wird Indien zukünftig finanziell unterstützen mit 1 Mrd. Euro jährlich. Und das, obwohl die Wirtschaft des Landes zur Zeit stärker wächst als in China. Nur ob das Geld auch wirklich für die Zwecke genutzt wird, für die es vorgesehen ist, steht sicher in den Sternen.

 

 

 

 

 

10 neue Atomkraftwerke – nichts aus Fukushima gelernt

Eigentlich sollte man der Meinung sein, dass die Welt aus dem Unglück von Fukushima gelernt hat. In vielen Ländern ist dies auch der Fall, Atomkraftwerke werden abgeschaltet, und erneuerbare Energien werden gefördert. Aber es scheint auch Länder zu geben, die in diesem Bereich nicht lernfähig sind. Wenn das dann auch noch durch deutsche Fördergelder unterstützt wird, stehen natürlich die deutschen Bemühungen um saubere, erneuerbare Energien auf dem Prüfstand. Für diese neuen Atommeiler soll Technik aus Japan zum Einsatz kommen, und im südindischen Tiger-Reservat soll ein Uran-Bergwerk entstehen. Leidtragende sind hier auch die Menschen, die dort wohnen, denn diese werden vertrieben. Indien scheint etwas falsch verstanden zu haben, denn die Regierung des Landes bezeichnet dies auch noch als saubere Energie. Mit dem Bau dieser Atomkraftwerke will Indien bis zum Jahr 2030 gemäß dem Pariser Abkommen die CO2-Emission auf ein Drittel gesenkt haben.

Milliarden aus Deutschland

Von Deutschland wird Indien demnächst jährlich eine Milliarde Euro erhalten. Dieses Geld soll genutzt werden für die nachhaltige Stadtentwicklung, digitale Technologien, erneuerbare Energien, Infrastrukturprojekte und auch für die Verbesserung der Bildungschancen auf dem Arbeitsmarkt im Land. Da stellt sich natürlich die Frage, wie man erneuerbare Energien unterstützen kann durch den Bau von neuen Atomkraftwerken. Einer Mitteilung nach soll es so sein, dass diese zehn neuen Atommeiler die momentane Kapazität des Landes verdoppeln werden, die bisher von 22 Reaktoren erzeugt wird. Bei einem Treffen Ende Mai wurden von Deutschland und Indien einige Abkommen unterzeichnet für die Kooperation in verschiedenen Bereichen. Dazu gehört auch der sogenannte Entwicklungsetat. Indien wurde auch Hilfe zugesichert bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Allerdings scheint Indien das Klimaabkommen doch etwas falsch verstanden zu haben, der Bau von neuen Atommeilern ist dabei sicher nicht vorgesehen.

Erhöhter Uranbedarf durch neue Reaktoren

Der Bedarf an Uran wird schätzungsweise um mehr als 40 Prozent steigen. Zur Zeit ist es so, dass Indien sein Uran sowohl aus Kasachstan als auch aus Frankreich importiert. Im Jahr 2011 konnten indische Geologen bereits in der Abbauregion Tummalapalle das größte Vorkommen an Uranerz in der ganzen Welt feststellen. In dieser Region sollen ganze 150.000 Tonnen Uran zu finden sein.

Indigenes Volk soll vertrieben werden

Das Volk der Chenchu lebt bereits seit einigen Jahrtausenden im Süden und der Mitte von Indien. Nun berichtet Survival International, dass die Behörden des Landes dem Volk drohen, es vertreiben zu wollen aus einem Tiger-Reservat. Als Grund dafür wird der Naturschutz angegeben. Interessant ist aber, dass zur gleichen Zeit auch die Suche nach Uran-Vorkommen in diesem Schutzgebiet genehmigt worden ist. Da liegt die Vermutung nahe, dass es gar nicht um den Naturschutz geht, sondern die Förderung von Uran im Mittelpunkt steht. Das Volk selbst erklärt, dass die Regierung sie aus dem Gebiet vertreiben will, sie aber nicht woanders leben wollen. Sie erklären, dass sie den Wald schützen. Aber der Profit sei wichtiger. Mit sauberer Energie hat das alles recht wenig zu tun. Indien erhält Entwicklungshilfe, zerstört damit den Lebensraum der Menschen und baut unsichere Atommeiler, die mit sauberer Energie nichts zu tun haben.

Quelle: https://netzfrauen.org/2017/06/16/indien-akw/

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