Die Einspeisevergütung 2017. Hohe Subventionen für die Chemieindustrie

Die EEG-Umlage finanziert nicht nur die Energiewende. Auch Großunternehmen profitieren davon.

Die EEG-Umlage – eigentlich eine gute Sache wenn man bedenkt, dass sie ja für die Finanzierung der Energiewende da ist. Allerdings ist es wohl so, dass nicht nur die Energiewende davon bezahlt wird.

Die Energiewende wird eigentlich durch die Privathaushalte und kleinere gewerbliche Verbraucher finanziert. Mittel dafür ist die EEG-Umlage. Diese Umlage wird jedes Jahr festgelegt, zur Zeit beträgt sie 6,88 Cent pro Kilowattstunde.

Finanzierung der Energiewende durch EEG-Umlage

EEG, das ist die Abkürzung für das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Durch diese Umlage wird die Differenz finanziert, die sich aus der Vergütung für den grünen Strom, die gesetzlich festgelegt ist, und dem Verkaufserlös ergibt. Nun wird seitens des Bundeszentralen Bundesverbands vzbv gefordert, dass diese Differenz demnächst nicht mehr wie bisher über die Stromrechnung beglichen werden soll, sondern durch einen Fonds, der durch Steuermittel gefüttert wird. Dadurch könnten die ärmeren Haushalte entlastet werden, und die Kosten könnten viel gleichmäßiger aufgeteilt werden auf die komplette Gesellschaft.

EEG-Umlage abschaffen und durch einen Fonds ersetzen

Im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung hätten Vertreter der Bundestagsfraktionen gefordert, dass neue Wege gefunden werden müssten, um die Energiewende zu finanzieren. Anhand von Modellrechnungen war der vzbv in der Lage zu zeigen, dass gerade die Haushalte mit einem sehr geringen Einkommen entlastet werden könnten, wenn die EEG-Umlage zumindest halbiert, oder am besten gleich ganz abgeschafft würde. Im Gegenzug dafür soll dann ein Fonds zum Einsatz kommen, der von Unternehmenssteuern und Einkommenssteuern gespeist wird.

Umlage finanziert aber nicht nur die Energiewende

Viele Haushalte sind noch gerne gewillt, die EEG-Umlage zu zahlen, da dies ein wichtiger Schritt für die Energiewende ist. Dies würde aber wahrscheinlich ganz anders aussehen wenn die Verbraucher wüssten, dass mit dieser Umlage nicht nur die Energiewende finanziert wird. Dies soll deutlich werden, wenn man sich die Daten anschaut, die genutzt werden, um die aktuelle Höhe der Umlagen zu ermitteln.

Seitens der Bundesnetzagentur geht man davon aus, dass die Anlagen, die unter dem EEG gefördert werden, eine Einspeisung von 187 Milliarden Kilowattstunden erreichen werden. Die Betreiber der Anlagen erhalten dafür durchschnittlich 15,8 Cent je Kilowattstunde, insgesamt also 29,5 Milliarden Euro. Laut EEG muss der Strom dann auf dem freien Markt verkauft werden. Den Schätzungen der Bundesnetzagentur nach soll der Strom dann 2,5 Cent pro Kilowattstunde erzielen, insgesamt also 4,7 Milliarden Euro. Die sich daraus ergebende Differenz in Höhe von 24,8 Milliarden Euro muss dann durch die Einnahmen beglichen werden, die durch die EEG-Umlage erzielt werden.

Günstige Preise für den Strom

2,5 Cent je Kilowattstunde ist schon ein sehr geringer Preis, man kann es eigentlich schon als Dumping-Preis bezeichnen. Er liegt nicht nur weit unter den Kosten des Solarstroms, sondern auch unter den Kosten für den Strom aus einem neuen Gas- oder Kohlekraftwerk. Somit kann ruhig angezweifelt werden, ob die 24,8 Milliarden Euro wirklich Kosten sind, die durch die Energiewende entstehen. Logischer wäre es, diese Kosten daran zu bemessen, was Strom kostet, der aus einem neuen Kohlekraftwerk oder Gaskraftwerk kommt. Dann würde man bei etwa acht oder neun Cent liegen je Kilowattstunde. Legt man dann den Börsenstrompreis zugrunde, der bei acht Cent je Kilowattstunde durchschnittlich liegt, entsteht lediglich noch eine Differenz von 14,5 Milliarden. Diese Kosten stellen dann schon eher die genannten Kosten für die Energiewende dar.

Anderer Strompreis – geringere EEG-Umlage

Wird ein solcher Strompreis zugrunde gelegt, könnte die EEG-Umlage um etwa 40 Prozent niedriger liegen als zur Zeit und gerade einmal noch vier Cent je Kilowattstunde betragen. Ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Verbrauch von etwa 4000 Kilowattstunden könnte so rund 152 Euro an EEG-Umlage sparen. Auch die Mehrwertsteuer von 28,80 Euro könnte sich der Haushalt so sparen, denn interessanterweise wird diese auch noch auf die Umlage draufgeschlagen.

Strom zu Schleuderpreisen

Da stellt sich natürlich die Frage, warum der Strom überhaupt zu so günstigen Preisen verkauft wird. Auch die Frage, warum der grüne Strom dort überhaupt gehandelt werden muss, drängt sich auf. Durch die Änderung der EEG-Umlage könnte sich dies schnell erledigt haben. Diese garantierte Einspeisevergütung gibt es zur Zeit nur, wenn der grüne Strom nicht direkt am freien Markt vermarktet wird, sondern in dem großen Topf verschwindet. Würde der grüne Strom allerdings gleich direkt an interessierte Endverbraucher verkauft werden, könnte er sicherlich einen weitaus besseren Preis erzielen. Da steht allerdings das Gesetz im Weg. Zudem sieht es aber auch so aus, als ob ein Überangebot dafür sorgt, dass der Strompreis gedrückt wird. Würden die alten Atomkraftwerke abgestellt, könnte sich dies schlagartig ändern.

EEG-Umlage als Helfer für den günstigen Strompreis

Nimmt man einmal eine andere Perspektive ein, dann hilft die EEG-Umlage sogar dabei, den Strompreis zu drücken. Dann ist es so, dass mit der Umlage nicht nur die Energiewende bezahlt wird, gleichzeitig subventioniert die Umlage auch all diejenigen, die sich mit Strom zu günstigen Preisen an der Börse eindecken, so wie die Versorgungsunternehmen und die industriellen Großverbraucher. Diese Großverbraucher sind in den meisten Fällen komplett befreit von der EEG-Umlage. Interessant ist sicherlich, dass sich diese Art der Subvention, die als Energiewende getarnt wird, auch nicht ändern wird, wenn die EEG-Umlage abgeschafft und durch einen Fonds ersetzt wird.

Firmen profitieren durch diese Subvention des Stroms

Unter all den industriellen Großverbrauchern, die von den günstigen Strompreisen profitieren, befinden sich etliche Firmen aus der Automobilindustrie. Auch die chemische Industrie zieht einen großen Nutzen daraus. Im Endeffekt ist es also der kleine Verbraucher der dafür sorgt, dass die großen Unternehmen günstigen Strom erhalten, mit dem sie günstig Produkte herstellen können, die der Verbraucher dann wieder teuer kaufen kann.

Quelle: https://www.heise.de/tp/features/Versteckte-Strom-Subventionen-durch-das-EEG-3668339.html

 

Meinungen zur EEG-Umlage

Die Meinungen zur EEG-Umlage sind durchaus unterschiedlich. Während die einen die Transparenz loben, sind andere der Meinung, dass die Umlage der Energiewende nicht nützt, sondern eher schadet. Daraus ergibt sich, dass der erneuerbare Strom die Kosten explodieren lassen soll. Die Umlage treibe zudem noch den Preis, und gefährde so den Wirtschaftsstandort Deutschland. Diejenigen, die dieser Meinung sind scheinen aber gänzlich zu übersehen, dass die Betriebe, die von der Umlage befreit sind, von dem günstigen grünen Strom profitieren. Es scheint eher das Label EEG-Umlage zu sein, dass der Energiewende schadet, nicht das Gesetz selbst.

Selbstverständlich ist auch die EEG-Umlage daran Schuld, dass der Strompreis steigt. Wenn man sich die vorherigen Ausführungen anschaut, scheint aber eher das Gegenteil der Fall zu sein.

Fazit:

Aus diesen kontroversen Meinungen ergibt sich eine Schlussfolgerung: Die EEG-Umlage ist einfach zu kompliziert, nicht jeder ist in der Lage, die komplizierten Wege und Gründe nachzuvollziehen, warum die Umlage die Energiewende finanziert.

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