Energieverbrauch in Deutschland 2016, regenerative Energien nur bei 16%

Regenerative Energien haben bisher leider nur einen geringen Anteil am Gesamtenergieverbrauch in Deutschland. Erhöht hat sich dagegen der Verbrauch von Erdgas.

Regenerative Energien haben bisher leider nur einen geringen Anteil am Gesamtenergieverbrauch in Deutschland. Erhöht hat sich dagegen der Verbrauch von Erdgas.

Der Energieverbrauch in Deutschland nahm im Jahr 2016 voraussichtlich zu. Demnach soll der Energieverbrauch bei 13.427 Petajoule oder auch 458,2 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten liegen. Somit würde sich eine Zunahme ergeben gegen­über dem Jahr zuvor in Höhe von 1,6 Prozent.

Update Mai 2017

Ökostrom aus Windenergie und Photovoltaik steigt – Wasserkraft fällt stark ab

Im ersten Quartal des Jahres 2017 konnte die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen zwar weiterhin zulegen, allerdings schafften es nicht alle Quellen, eine Steigerung zu erreichen. Während bei der Stromerzeugung aus Wind und Sonne ein gutes Plus zu sehen ist, gibt es unter den regenerativen Energien auch einen eindeutigen Verlierer, und das ist die Wasserkraft. Einen besonders guten Anstieg konnte die Strommenge verbuchen, die aus den deutschen Offshore-Windparks kommt.

Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien steigt an

Verglichen mit dem Vorjahr konnte die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien einen Zuwachs von vier Prozent erreichen. Dies zeigen die neuesten Berechnungen, die das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bekanntgegeben haben.

Schon im ersten Quartal diesen Jahres stieg die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien auf 50,1 Mrd. Kilowattstunden an. Im ersten Quartal des Vorjahres lag der Wert bei 48,1 Mrd. Kilowattstunden.

Windenergie auf See

Wie schon zuvor konnte dabei die Windenergie auf See mit einem Ergebnis von 4,8 Mrd. Kilowattstunden ein sehr gutes Plus verbuchen, das bei 36,7 Prozent lag. Im Vorjahreszeitraum betrug die Stromerzeugung aus dieser Quelle 3,5 Mrd. Kilowattstunden.

Photovoltaik

Auch der Strom aus Photovoltaik konnte ein gutes Plus erzielen, ganze 29 Prozent konnten hier zugelegt werden. So stieg die Stromerzeugung aus Photovoltaik-Anlagen von 4,6 Mrd. Kilowattstunden im ersten Quartal des vorigen Jahres an auf 6 Mrd. Kilowattstunden.

Windkraft an Land

Die größte regenerative Stromerzeugungsquelle, die Windkraft an Land, verbuchte ebenfalls ein Plus, das 3,1 Prozent betrug. Somit wurden aus dieser Quelle 22,4 Mrd. Kilowattstunden Strom erzeugt.

Wasserkraft

Einen deutlichen Einbruch musste dagegen die Wasserkraft hinnehmen. Die Stromerzeugung aus dieser regenerativen Quelle ging um ganze 31,3 Prozent zurück und lag somit im ersten Quartal diesen Jahres nur noch bei 3,7 Mrd. Kilowattstunden. Im selben Zeitraum des vergangenen Jahres konnten noch 5,3 Mrd. Kilowattstunden erzeugt werden. Schuld an diesem Einbruch sind die sehr geringen Niederschläge, die seit Beginn des Jahres zu verzeichnen sind.

Gesamtentwicklung bei weiteren erneuerbaren Energien ähnlich wie im Jahr zuvor

Bei der Entwicklung der Stromerzeugung aus anderen regenerativen Quellen ist die Entwicklung ähnlich wie im ersten Quartal des Vorjahres.

Biomasse

Die Stromerzeugung aus Biomasse legte 2,1 Prozent zu und stieg von 11,5 Mrd. Kilowattstunden auf 11,7 Mrd. Kilowattstunden.

Biogener Anteil der Siedlungsabfälle

Einen Anstieg von 3,7 Prozent verzeichnet die Stromerzeugung aus dem biogenen Anteil der Siedlungsabfälle, dieser erreicht nun 1,5 Mrd. Kilowattstunden von zuvor 1,4 Mrd. Kilowattstunden im ersten Quartal des Jahres 2016.

Geothermie

Einen Rückgang verzeichnet hier die Strommenge, die durch Geothermieanlagen erzeugt worden ist. Hier ist ein Minus von 2,5 Prozent zu verbuchen, statt 0,042 Mrd. Kilowattstunden im Vorjahreszeitraum sind es in diesem Jahr jetzt noch 0,041 Mrd. Kilowattstunden.

Erfolg der Energiewende im Bereich Strom

Einen guten Beleg für den Erfolg der Energiewende im Bereich Strom sieht Prof. Dr. Frithjof Staiß in diesen aktuellen Zahlen. Er ist geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW. Seiner Meinung nach müssten nun unter anderem auch technologische Synergien genutzt werden, um zusätzlich zu der Energiewende im Bereich Strom auch die Wärme- und Verkehrswende voranzubringen, und diese Energiesektoren sowohl sinnvoll als auch wirtschaftlich unter dem Dach der Energiewende miteinander zu verkoppeln. Er ist der Meinung, dass nur auf diese Weise der Umbau zu einem klimaneutralen und effizienten Energiesystem langfristig gelingen kann.

Quelle: http://www.iwr.de/news.php?id=33565


Die großen Schwierigkeiten der Wasserkraft – Lobbyismus und Umweltschutz

Natürlich wird es immer wieder Zeiten geben, in denen sehr wenig Regen fällt, und somit die Wasserkraft als Quelle für die Stromerzeugung nicht so effektive Ergebnisse bringen wird wie die Windenergie oder die Solarenergie. Dennoch ist dies wieder ein weiterer Grund für die Lobbyisten, die Wasserkraft weniger zu unterstützen als Windenergie und Solarenergie. Sonne ist immer da, und der Wind nimmt auch stetig zu. Gab es früher nur ab und zu mal stärkeren Wind, ist es heute fast jeden Tag recht windig. Wenn man dies schon auf dem Land stark bemerken kann ist es kein Wunder, dass der Wind auf See noch einmal stärker auftritt und zu guten Ergebnissen bei der Stromerzeugung führt.

Die Windenergie und die Solarenergie sind schon von jeher die Lieblingskinder der Verbände und Lobbys, die Wasserkraft wird hier eher stiefmütterlich behandelt. Auch die immer stärker werdenden Auflagen für den Schutz der Umwelt machen der Wasserkraft zu schaffen. Während sich heute kaum noch jemand über tote Vögel auf dem Feld aufregt, die den Kampf mit den Windrädern verloren haben, ist eine Turbine, die zwar fischfreundlich ist und nicht zu zerschredderten Fischen im Fluss führt, ein absolutes Teufelswerk.

Jede noch so kleine bauliche Maßnahme wird auf Herz und Nieren geprüft und erst dann erlaubt, wenn es wirklich erwiesen ist, dass nicht ein einziger Fisch zu schaden kommt, und auch die Umwelt keinerlei Schade nehmen kann. Die Bedingungen, die die Wasserkraft heute erfüllen muss wenn es um den Umweltschutz geht, sind mehr als streng. Die Erfüllung der Auflagen kostet nicht nur sehr viel Zeit, sondern auch etliches an Geld. Durch die fehlende Unterstützung der Lobbys sind die meisten Projekte in diesem Bereich bereits von vornherein zum Scheitern verurteilt. So wird aus einer erneuerbaren Energie, die die Umwelt nicht verschandelt wie ein Meer von Windkrafträdern auf sämtlichen Feldern, ein Stiefkind, das nur wenig bis gar keine Beachtung bei den Lobbys findet, obwohl in der Wasserkraft sehr viel Potential steckt, und die Technik immer weiter fortschreitet.


Stand Anfang 2017

Schalttag und kalte Witterung verantwortlich

Verantwortlich für diesen Anstieg soll laut den Erhebungen und Berechnungen, die von der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) erstellt wurden, zum einen der Schalttag im letzten Jahr sein, zum anderen aber auch die Witterung, die im Gegensatz zum Jahr davor kälter war. Allerdings konnte der weitere Anstieg des Verbrauchs durch einige Verbesserungen im Bereich der Energieeffizienz eingedämmt werden.

Mehr Verbrauch an Mineralöl

Der Verbrauch an Mineralöl stieg im Jahr 2016 um 1,8 Prozent an, das ist etwas mehr als im Jahr 2015. Besonders der Verbrauch an Dieselkraftstoff stieg um 4,5 Prozent an und trug daher zu dieser Entwicklung entscheidend bei. Eben­falls zugenommen hat auch der Verbrauch von Flugkraftstoff, hier gab es ein Plus von 4 Prozent. Nahezu unver­än­dert bleibt dagegen der Absatz von Ottokraftstoff. Ein Rückgang von jeweils 3 Prozent konnte beim leichten und schweren Heizöl festgestellt werden.

Ebenfalls mehr Verbrauch an Erdgas

Aber nicht nur der Verbrauch an Mineralöl stieg an, auch der Erdgasverbrauch konnte einen Zuwachs verzeichnen, der bei guten 10 Prozent lag. Dafür verantwortlich ist zum einen die kühlere Witterung, aber auch der erhöhte Einsatz von Erdgas in Kraftwerken. Ganz besonders Anlagen, die über eine Kraft-Wärme-Kopplung verfügen, verbrauchten mehr Erdgas. Aber auch die Inbetriebnahme von neuen Gaskraftwerken sorgte für die Erhöhung des Verbrauchs.

Verbrauch an Kohle rückläufig

Eine recht gute Nachricht ist wohl, dass der Steinkohleverbrauch zurückging. Er sank um 4 Prozent ab. Der Einsatz der Steinkohle in Kraftwerken für die Wärme- und Stromerzeugung ging demnach um 6,2 Prozent zurück. Insgesamt ist es so, dass etwa zwei Drittel des gesamten Steinkohleverbrauchs hierzulande auf die Stromerzeugung entfallen. Der Einsatz der Steinkohle zur Erzeugung von Strom wurde beein­flusst durch die Stromerzeugung aus Erdgas, die zugenommen hat, ebenso wie die Einspeisung von Strom, der durch Offshore-Windenergieanlagen erzeugt wird. Beim Braunkohleverbrauch konnte ein Minus von 2,6 Prozent festgestellt werden. Insgesamt 90 Prozent der gesamten Förderung wird hier eingesetzt, um in Kraftwerken Wärme und Strom zu erzeugen. Die Verringerung der Erzeugung von Strom aus Braunkohle liegt in einer ähn­li­chen Größenordnung wie dies bei der Produktion der Fall ist.

Starkes Minus bei der Kernenergie

Bei der Kernenergie konnte ein Minus von 7,4 Prozent verzeichnet werden. Dies ist auf die Außerbetriebnahme der Kraftwerks Grafenrheinfeld zurückzuführen, und auch plan­mä­ßige Kraftwerksrevisionen sind dafür mitverantwortlich.

Erneu­er­ba­re Energien erhöhten sich nur leicht

Bei den erneu­er­ba­ren Energien gab es keine starken Erhöhungen ihres Beitrags zur Energiebilanz. Hier wurde nur ein Plus von gerade einmal 2,9 Prozent verzeichnet. Biomasse legte um 3 Prozent zu, Windkraft auf See und an Land konnte 1 Prozent zulegen. Ein gutes Plus dagegen konnte die Stromerzeugung aus Wasserkraft erreichen, diese legte um 13 Prozent zu. Verlierer ist hier die Solarenergie, der Beitrag von Photovoltaik und Solarthermie sank um 1 Prozent ab.

Quelle: http://www.enwipo.de/2016/12/27/erdgas-grosser-gewinner-beim-energiemix-2016/

 


Neuregelung der Förderung von erneuerbaren Energien

Seit dem 1. Januar 2017 haben sich im Bereich der Förderung erneuerbarer Energien im Bereich Strom einige Änderungen ergeben. Mit der EEG 2017 endet nun die Phase der Technologieförderung durch Preise, die politisch festgesetzt wurden. Nun ist es so, dass die Höhe der Vergütung für den Strom, der aus erneuerbaren Energien stammt, über Auktionen ermittelt wird. Somit wird dann der weitere Ausbau zu wettbewerblichen Preisen erfolgen. Ausschreibungen gibt es dann für die Vergütungshöhe von Windenergie, sowohl an Land als auch auf See, für die Biomasse und die Photovoltaik. Ausnahmen sind hier kleinere Anlagen.

Zunehmend erneuerbare Energien auch in den Bereichen Verkehr und Wärme

Während der Ausbau der erneuerbaren Energien im Bereich Stromerzeugung gut voran geht, soll nun auch in den Bereichen Verkehr und Wärme verstärkt auf die Produktion mit erneuerbaren Energien gesetzt werden. Geregelt wird der Einsatz der erneuerbaren Energien im Wärmemarkt durch das sogenannte Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz, kurz EEWärmeG. Dieses Gesetz sieht vor, dass die Bauherren von Neubauten ihre Wärme anteilig gewinnen auf den erneuerbaren Energien. Auch Ersatzmaßnahmen wie eine zusätzliche Dämmung oder die Nutzung von der Kraft-Wärme-Kopplung sind hier vorgesehen. Als Ergänzung zum EEWärmeG und als Anreiz zur Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien im Bereich Wärmeversorgung erfolgt die Förderung des Einsatzes von erneuerbaren Energien durch das sogenannte Marktanreizprogramm. Schon 2015 betrug der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Endenergieverbrauch für Kälte und Wärme 13,3 Prozent.

Auch im Verkehrssektor soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Kraftstoffverbrauch erhöht werden, der im Jahr 2015 bei 5,3 Prozent lag. Vor allen Dingen Biokraftstoffe wie Biogas, Bioethanol und Biodiesel leisten hier einen großen Beitrag, aber auch im Bereich der Elektroautos sollen erneuerbare Energien ihre Dienste einsetzen.

Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/indikator-erneuerbare-energien

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