Energiewende in Deutschland, es bestehen ähnliche Probleme mit den Umweltverbänden wie in der Schweiz

Erneuerbare Energien - Umweltverbände torpedieren mit etlichen Beschwerden den Ausbau der erneuerbaren Energien. Sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland kommen Wind- und Wasserkraft oft nicht vorwärts.

Erneuerbare Energien – Umweltverbände torpedieren mit etlichen Beschwerden den Ausbau der erneuerbaren Energien. Sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland kommen Wind- und Wasserkraft oft nicht vorwärts.

Erneuerbare Energien ja – aber nur zu den Bedingungen der Umweltverbände. So in etwa könnte man die Ziele formulieren, die die meisten Umweltverbände in der Schweiz, aber auch in Deutschland haben. Zwar wollen sie alle, dass die AKWs abgeschaltet werden, und auf erneuerbare Energien gesetzt wird, aber trotzdem darf keine Veränderung an der Natur stattfinden, und auch das Landschaftsbild darf nicht verändert werden. Dann stellt sich natürlich die Frage, wie das überhaupt gehen soll. 

 

 

Umweltverbände arbeiten gegen die Energiewende

Natürlich ist es gut, wenn man sich für die Energiewende engagiert. Weg von Atom und Kohle, und hin zu den sauberen Energien. Die Arbeit der Umweltverbände in der Schweiz aber auch in Deutschland hat sicherlich einen großen Teil dazu beigetragen, dass sich das Bewusstsein der Bevölkerung zum Thema erneuerbare Energien sehr stark gewandelt hat. Daher ist es absolut unverständlich, warum gerade diese Umweltverbände immer wieder dafür sorgen, dass durch ihre Einsprachen Wind- und Wasserkraftprojekte blockiert werden. Besonders die Schweiz hat darunter zu leiden.

In der Schweiz steht die Energiestrategie 2050, und auch die Umweltorganisationen des Landes befürworten diese. Dennoch werden dort fast alle Projekte der Wind- und Wasserkraft blockiert durch die Einsprachen der jeweiligen Verbände. Ganz besonders betroffen sind davon die 106 geplanten Windräder. Bei der Wasserkraft ist es der WWF, der gegen die Zuleitung Lugnez protestiert. Schon seit einigen Jahren ist die Erhöhung der Staumauer am Grimsel ein Thema, auch hier blockieren die Umweltverbände, da Landschaften von nationaler Bedeutung betroffen seien.

Steiniger Weg zur Energiestrategie 2050

Wenn in der Schweiz alle AKWs abgestellt werden sollen, muss das Land etwa 40 Prozent seiner Stromproduktion durch alternative Energien ersetzen. Damit dies durchgeführt werden kann, wurde vom Parlament die Energiestrategie 2050 beschlossen. Diese beinhaltet, dass die entstehende Lücke durch Wasserkraft, Windkraft und Solarenergie geschlossen werden soll. Aber das ist längst nicht so einfach, wie es sein könnte, wenn man die ewigen Einsprüche der Umweltverbände anschaut.

Beschwerden über Beschwerden seitens der Umweltverbände

In der ganzen Schweiz konnten in insgesamt drei Jahren gerade einmal fünf Windräder erbaut werden. 106 Windräder sind geplant, aber davon sind ganze 87 blockiert durch Beschwerden. Diese Zahlen nannte Reto Rigassi vom Branchenverband Suisse Eole. Verschiedene Verbände machen dort sehr extensiv Gebrauch von dem Beschwerderecht, so Rigassi.

Auch der Wasserkraft ergeht es nicht besser, einfache Ausbauten müssen dort erst einen langen juristischen Weg gehen. Ein gutes Beispiel ist hier die Erhöhung der Staumauer am Grimsel, oder auch das Wasserkraftprojekt Lugnez. Der Wasserwirtschaftsverband fragt sich da natürlich, wie man unter diesen Voraussetzungen umschwenken soll auf die erneuerbaren Energien. Roger Pfammatter vom Wasserwirtschaftsverband bezweifelt aufgrund dieser ganzen Blockaden, dass man die Ziele erreichen kann bei den erneuerbaren Energien. Er sehe dafür eher schwarz.

Umweltverbände haben anderen Auffassung

Seitens der Umweltorganisationen sieht man dies natürlich ganz anders. Auf den Vorwurf, ein doppeltes Spiel zu betreiben, wehren sie sich mit Vögeln, Fischen und dem Landschaftsbild als Gründe für die ganzen Einsprüche. So hat beispielsweise BirdLife Schweiz Einsprache erhoben gegen einige Windpark-Projekte. Sie sehen die Lebensräume von Brutvögeln in Gefahr, zudem befürchten sie, dass Vögel und auch Fledermäuse mit den Rotoren kollidieren könnten. In einer Studie konnte ermittelt werden, dass im Kanton Neuenburg auf jedes Windrad im Jahr 20,7 tote Vögel kommen. Laut Stefan Bachmann, Sprecher der Organisation, seien in Deutschland bereits einige Greifvogelarten stark dezimiert worden wegen der Windparks.

Einschränkung des Lebensraums der Fische durch Wasserkraft

Bei der Wasserkraft argumentieren die Verbände, dass Kraftwerke in Flüssen sehr stark den Lebensraum der Wanderfische einschränken, dazu zählen beispielsweise Aal, Lachs oder auch Äsche. Somit machten sie gerade erst Einsprache gegen den Neubau vom Wasserkraftwerk Tuurau, dieses befindet sich bei Bischofszell. Den Organisationen nach sei es so, dass dieses Wasserkraftwerk zwei Auengebiete beeinträchtige, die von nationaler Bedeutung seien. Seitens der Umweltverbände sieht man es so, dass man die Energiewende nicht torpediere, sondern lediglich Einsprache dort erhebe, wo die Projekte nicht in der Lage sind, den gesetzlichen Anforderungen zu genügen. Daher sei es unnötig, ein kleines Kraftwerk wie dieses höher aufzustauen, wenn dann Auen gefährdet würden. Besser sei es dann, die Produktion von bestehenden großen Kraftwerken mit effizienteren Turbinen zu optimieren, so Antonia Eisenhut, Geschäftsführerin von Aqua-Viva. Auch die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz kämpft gegen einige Wasserkraftprojekte. Aber auch die Windparks sind für sie nicht zumutbar, schließlich wird das Landschaftsbild durch die Masten verschandelt, und eine Einpassung ist nicht möglich, so Raimund Rodewald, Geschäftsleiter der Stiftung. Seiner Meinung nach sei die Schweiz kaum geeignet für Windparks. Allerdings würden Stromkonzerne der Schweiz erneuerbare Energien zubauen, aber im Ausland. Dennoch unterstütze man die Energiestrategie. Dies scheint irgendwie ein Gegensatz zu sein, einerseits alle Projekte blockieren wegen des Landschaftsbildes, aber dann die Energiestrategie unterstützen wollen. Man sehen vor allen Dingen bei der Solarenergie Potential. Das scheint die Landschaft nicht zu verschandeln.

Alternative Windpark oder weiterhin Kohlestrom

Reto Rigass von der Suisse Eole ist der Meinung, dass es nicht ohne Kompromisse gehen wird in der Energiewende. Seiner Meinung nach ist eine ganzheitliche Betrachtung wichtig. Er selbst hätte leider einen Windpark in der Nähe, als Kohlestrom aus dem Ausland zu nutzen. Dies sollte eigentlich auch im Sinne des Umweltschutzes und der Verbände sein. Zumindest hier scheint der WWF auch dieser Ansicht zu sein.


 

Die Reaktion der Leser

Die Reaktion der Leser auf diesen Bericht ist recht eindeutig. Mittlerweile ist man sich nicht mehr sicher, ob die ganzen Umweltverbände wirklich die Energiewende wollen. Anscheinend ist das Landschaftsbild oder ein Vogel wichtiger als der Klimaschutz.

Ein Leser hat eine eindeutige Meinung, er sagt wer zur Energiewende beitragen will und sich Solarzellen auf das Dach montieren lassen möchte, erhält dafür keine Genehmigung, weil das Dorfbild verschandelt wird. Er stellt die berechtigte Frage, wie man ohne Atomenergie, ohne Kohleenergie, ohne Wasserenergie und ohne Windenergie überhaupt zu Hause noch etwas unternehmen möchte.

Und diese Frage ist sicherlich berechtigt. Einerseits wollen alle saubere Energie, aber dann können Windräder nicht gebaut werden, weil es zwanzig Vögel das Leben kosten wird im Jahr. Das wäre sicherlich tragisch, keine Frage, aber hat einmal jemand die Wildtiere oder Katzen gezählt, die jedes Jahr auf den Straßen umkommen, muss jetzt auch das Autofahren eingestellt werden, weil dabei im Jahr etliche Rehe und Hirsche getötet werden? Vielleicht sollte man die Umweltorganisationen einmal danach fragen.

Ein Leser sieht darin einen alten Hut, immer schön für und gegen alles sein, und dann sogar gegen die umweltfreundliche Energieerzeugung schießen. Sein Vorschlag ist die sofortige Planung neuer Atomkraftwerke, da diese die höchste Ausbeute bieten, und den geringsten Landverschleiß. Zudem sei der subventionierte Solar- und Windstrom aus dem Ausland nicht die Lösung. Gut, ob der Bau neuer AKWs die Lösung ist, das darf natürlich auch bezweifelt werden.

Ein weiterer Leser schlägt vor, dass man doch einfach die AKWs gleich vom Netz nehmen sollte, aber Solarenergie, Windenergie und Wasserenergie müssen ja nicht gefördert werden. Da sei es einfacher, den Strom aus den AKWs in Frankreich zu importieren, oder auch den Kohlekraftwerken in Deutschland. Allerdings sei dies nicht nachhaltig. Auch hier ist wieder die Frage, ob es sich hier wirklich um eine Lösung handeln kann. Aus der Sicht des Umweltschutzes sicherlich nicht.

 

Fazit der Lesermeinungen:

Die Meinungen der Leser sind größtenteils eindeutig, es ist nicht machbar, eine Energiewende durchzuführen, und dabei keine Kompromisse einzugehen. Die Frage ist wirklich, sind Vögel oder das Landschaftsbild wichtiger als die Umstellung eines ganzen Landes auf erneuerbare Energien? Und zwar solche erneuerbaren Energien, die auch im eigenen Land produziert werden, ohne dass man von Fremdstrom abhängig ist? Natürlich sollte immer darauf geachtet werden, dass der Eingriff in die Natur nicht zu schwerwiegend wird, aber wenn man auf ein Windrad schaut, dürften normalerweise keine Personenschäden entstehen. Es ist immer auch eine Sache der Einstellung, wer etwas partout nicht haben möchte, wird immer Argumente dagegen finden, und wenn es der eine Regenwurm ist, der dafür sein Leben lassen muss.

Andere Menschen, die sich der Wichtigkeit der Energiewende bewusst sind, werden gerne ein Windrad oder ein paar Solarzellen auf dem Dach des Nachbarn in Kauf nehmen und sich an den Anblick gewöhnen, wenn die Umwelt dadurch geschont werden kann. Alles ist eine Sache der Einstellung, und auch Kompromisse müssen gemacht werden. Auch die Umweltverbände müssen sich darüber klar werden.

Quelle: http://www.20min.ch/schweiz/news/story/25011493 

 

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