Wasserkraft Forschung – Neue Turbine nutzt Energie der kleinen Wasserstrudel

Ein Wasserkraftwerk muss nicht immer groß sein. Mini-Kraftwerke oder gar tragbare Wasserkraftwerke sorgen für Strom. Sie nutzen die Kraft der Wirbel.

Wasserkraftwerk in Kleinformat

Es müssen nicht immer riesige Kraftwerke sein, wenn man elektrische Energie gewinnen möchte. Dass es auch anders geht, hat jetzt Miroslav Sedláček gezeigt. Für seine Arbeit wurde er jetzt sogar für den European Inventor Award 2016 nominiert. 

 

Der Beginn – ein Spaziergang

Man sagt ja, dass die meisten Erfindungen eher zufällig gemacht werden. Zumindest fliegen den meisten Erfindern ihr innovativen Ideen eher zu, als dass sie danach suchen. Ebenso erging es auch Miroslav Sedláček. Er ist ein Erfinder aus Tschechien, der eines Tages einen Spaziergang entlang der Moldau unternahm. Als er in den Fluss hinein schaute sah er all die Wasserstrudel und deren schnelle Drehungen und fragte sich, wie sich diese Kraft, den die kreisenden Bewegungen erzeugen, nutzen lässt für die Gewinnung von elektrischen Energien.

Die Entwicklung einer besonderen Flüssigkeitsturbine

Dieser Spaziergang ist mittlerweile zwölf Jahre her, aber die Zeit seit damals hat der Erfinder genutzt, um an der Tschechischen Universität zusammen mit einigen Kollegen an einer Lösung der Frage zu arbeiten. Und jetzt ist das Ergebnis da, eine Flüssigkeitsturbine, die eine ganz besondere Eigenschaft aufweist, denn sie produziert auch dann Strom, wenn die Fließgeschwindigkeiten recht langsam sind. Diese Erfindung begeisterte nicht nur ihn und sein Team, sondern auch das Europäische Patentamt.

Mini-Turbine für Bäche und Flussläufe

Wenn man die herkömmlichen Turbinen kennt weiß man, dass diese sehr groß sind. Diese Mini-Turbine hat gerade einmal die Größe einer handelsüblichen Mikrowelle. Das Wasser fließt hier durch einen Turbinenschacht hinein. Darin befindet sich ein Rotor. Eine schmale Öffnung macht es möglich, dass neben dem Rotor Wasser vorbeifließt. Das Wasser verwirbelt unter dem Rotor, und durch diese Verwirbelung wird dieser dann in Bewegung gesetzt. Die Drehung des Rotors erzeugt dann den gewünschten Strom über einen Generator. Soweit erscheint diese Erfindung vielleicht noch nicht so revolutionär, aber sie weist eine entscheidende Besonderheit auf. Dieses Mini-Kraftwerk funktioniert auch dann, wenn noch weniger als zwei Liter in der Sekunde durchfließen.

Versorgung mehrerer Haushalte mit Mini-Turbine möglich

Daraus resultiert, dass kein großer reißender Strom benötigt wird, um Energie zu erzeugen. Dieses Wasserkraftwerk kann auch in kleineren Flussläufen oder sogar Bächen eingesetzt werden, um Strom zu erzeugen. Das Ergebnis: Pro Tag können auf diese Weise bis zu 10 Kilowattstunden erzeugt werden. Werden diese Mini-Kraftwerke in Regionen genutzt, die weniger entwickelt sind und somit auch weniger Strom verbrauchen, können damit durchaus einige Haushalte mit Strom versorgt werden. Selbst ein deutscher 3-Personen-Haushalt in Deutschland wäre mit der entstehenden Energie versorgt.

Auszeichnung für die Turbine

Mit dieser neuen Erfindung hat es Sedláček schon recht weit gebracht, denn sie steht im Finale des Europäischen Erfinderpreises des Europäischen Patentamts (EPA). Dessen Präsident, Benoît Battistelli, sagte, dass diese Erfindung einen Paradigmenwechsel bedeuten könnte im Bereich der zur Stromerzeugung aus Wasserkraft verfügbaren Ressourcen. Er ist der Meinung, dass diese Erfindung der Wasserkraft einen höheren Anteil im Gesamt-Energie-Mix bringen könnte. Sie könnte der Anstoß sein, um dem immer weiter wachsenden Energiebedarf angemessen begegnen zu können mit Ressourcen, die aus erneuerbaren Energien stammen.

Kleine Wasserkraftwerke im Trend

In der gesamten EU liegt zur Zeit der Wasserkraftanteil bei der Nettostromerzeugung in etwa bei 13 Prozent. Das Potential soll aber weiter ausgeschöpft werden, und so gab es in den vergangenen Jahren neben Sedláček noch andere Erfinder, die an kleinen Wasserkraftwerken gearbeitet haben. Einige waren auch erfolgreich, so wurden beispielsweise ein tragbares Wasserkraftwerk entwickelt, und auch eine Stromboje gibt es mittlerweile auf dem Markt.

Quelle: http://www.wiwo.de/technologie/green/tech/wasserkraft-neue-turbine-nutzt-energie-der-kleinen-wasserstrudel/13680256.html

 

Hier noch ein Video zu dieser Erfindung:

 

Die Erfinder des tragbaren Wasserkraftwerks

Man ist beim Wandern unterwegs, der Handyakku ist leer, und man lädt ihn ganz einfach im Fluss auf – diese Szenario ist heute machbar. Natürlich legt man nicht das Handy in den Fluss, sondern das tragbare Wasserkraftwerk, das sich bestens dazu eignet, um ausreichend Strom für solch einen Nutzen zu erzeugen. Dieses tragbare Wasserkraftwerk wird von dem Start-Up Aquakin aus Fürth angeboten. Nach dem Erfolg ihres Produkts wird dort bereits an vielen weiteren Produkten gearbeitet.

Kleine Wasserkraftwerke – Schonung für die Natur

Auch dort nutzt man die Kraft der Wirbel, ein entsprechendes Wirbelwasserwerk steht bereits kurz vor dem Start der Produktion. In der Entwicklung befinden sich noch eine Rohrturbine und ein Linearwasserwerk. Das Prinzip ist bei allen Entwicklungen gleich, erschaffen werden kleine Stromerzeuger, die zwar unterschiedliche Technologien einsetzen, aber ein Ziel haben, und zwar die Erzeugung von Elektrizität in fließenden Gewässern, aber ohne dabei in die Natur eingreifen zu müssen. Das Beste daran ist, dass sich solch kleine Wasserkraftwerke bereits innerhalb von zwei bis zehn Jahren amortisieren können. Das Wirbelwasserwerk verfügt über bis zu 20 Kilowatt Leistung, dem wäre es in der Lage, zwei oder drei Haushalte ein ganzes Jahr zu versorgen.

Quelle: https://www.bayernkurier.de/wirtschaft/13844-die-herren-der-wirbel

 

Wenn es um die Natur geht – Wellenkraftwerk und Gezeitenkraftwerk

Der Aspekt der Natur rückt im Bereich der Wasserkraft immer mehr in den Vordergrund. Zwar möchte man die Wasserkraft nutzen, aber dennoch soll nicht zu viel in die Natur eingegriffen werden. Bei den bisherigen Wasserkraftwerken blieb es allerdings nicht aus, dass es zu Einschnitten in der Natur kam Darum beschäftigen sich die Forscher heute auch immer mehr mit dem Thema Energieerzeugung mit Meereskraft. Im Fokus liegen hier die Optionen Wellenkraftwerk und Gezeitenkraftwerk. Beide Varianten nutzen die Kraft des Meeres, aber ohne so große Eingriffe in die Natur. Einige Anlagen sind bereits in Betrieb und liefern auch schon Strom. Hier suchen die Forscher nach immer neuen Wegen, um sich die Kraft des Meeres zunutze zu machen.

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