Historie der Wasserkraft

Die Geschichte der Wasserkraft

Wenn man heute über Wasserkraft spricht, dreht sich dabei alles um erneuerbare Energien und die Stromerzeugung aus diesen Energien. Wasserkraft ist aber keine neue Erfindung, bereits seit vielen Jahrtausenden wird die Kraft des Wassers genutzt, um den Menschen das Leben zu erleichtern.

Wasserkraft in der Antike

In Europa hat die Nutzung der Wasserkraft in Form von Wasserrädern Tradition. Der Ursprung dieser Art der Nutzung sind bereits in der Antike zu finden. Schon einige Jahrhunderte vor Christus hatten sich Ingenieure aus Griechenland vorgenommen, die Wasserkraft zu nutzen, und entwickelten dafür entsprechende Pumpen und Wasserräder. Diese waren in der Lage, zu heben und zu schöpfen, weitaus wertvoller waren sie aber noch als Antrieb für bestimmte Maschinen.

Tradition in Deutschland

Hierzulande wurde die Wasserkraft bereits um die Zeit von Christi Geburt genutzt. Dies belegt der Fund einer Wassermühle am Fluss Inde, der bei Aachen fließt. Dies ist der früheste Fund einer solchen Anlage bisher. Bis sich diese Wassermühlen dann aber letztendlich verbreiten konnte, flossen noch viele tausend Jahre ins Land. Sehr gerne wurde die Wasserkraft zum Mahlen von Getreide benutzt, oder auch um Steine zu schleifen oder zu sägen. Hierfür kam ein Stockgetriebe zum Einsatz.

Kraftzuwachs durch die Kropf-Rinne

Bis zum 9. Jahrhundert nach Christus hat es gedauert, bis endlich eine neue Art der Konstruktion erfunden wurde. Dabei tauchen die Schaufeln in das Wasser einer passgenauen Rinne ein, die als Kropf bezeichnet wurde. Durch diese Konstruktion konnten die Wasserräder mehr Leistung erreichen, denn die Wände des Kropfes verhinderten, dass das Wasser gegen den Radwiderstand ausweichen konnte und das Rad lediglich umfließt statt dieses anzutreiben. Diese Konstruktionen wurden später genutzt, um beispielsweise Maschinen anzutreiben, die langsam gehe, so wie Pochwerke die dafür genutzt wurden, um Erze zu zerstampfen.

Noch mehr Leistung für den Bergbau

Im 13. Jahrhundert wurden die oberschlächtigen Wasserräder erfunden. Diese sorgten für eine weitere Steigerung der Leistung. Im Fokus lag hier vor allen Dingen das Kehrrad, denn dieses bot ganz besondere Möglichkeiten der Anwendung. Dieses Kehrrad hat zwei Schaufelkränze, die nebeneinander liegen, aber gegenläufig angeordnet sind. Es ändert immer seine Drehrichtung und richtet sich nach dem Kranz, auf den das Wasser geleitet wird. Ganz besonders im Bergbau kam diese Variante eines Wasserkraftwerks zum Einsatz. Es wurde genutzt, um Materialien zu transportieren. Durch den Umkehrmechanismus war es möglich, die Körbe sowohl heraufzuheben, als auch abzusenken. Zu dem Zeitpunkt, als der Stollenbau in den Tiefbau überging, wurden verstärkt Maschinen benötigt, die eine stärkere Leistung bringen, um die Entwässerung zu gewährleisten.

Das erste Wasserrad aus Gusseisen

Im Jahr 1767 gelang es John Smeaton, einem Bauingenieur aus England, das erste Wasserrad herzustellen, das aus Gusseisen gefertigt wurde. Bis heute gilt dies als Mittelpunkt der Energieerzeugung aus Wasser.

Wassersäulenmaschinen und die erste Turbine

Um das Wasser gut aus den Stollen herauspumpen zu können, wurden im 18. Jahrhundert Dampfmaschinen eingesetzt. Allerdings benötigte diese zu der Zeit hochmoderne Technologie sehr viel Brennstoffe, die nicht überall ausreichend zur Verfügung standen. Aber es gab eine Alternative, die auch sehr leistungsstark war, die sogenannten Wassersäulenmaschinen. Dies war ein ganz neuer Typ von Anlage, bei der Wasser durch ein ganz langes Einfallrohr fällt. Durch die Kombination vom Druck des Aufschlags mit dem hydrostatischen Druck ist das Wasser so in der Lage, einen Treibzylinder zu bewegen. Diese Art der Anlage war sehr gut geeignet für alle Regionen, in denen keine sehr großen Mengen an Wasser zur Verfügung standen, in denen es aber möglich war, eine große Fallhöhe zu realisieren. Diese Technik war die Grundlage dafür, dass Claude Burdin im Jahr 1824 die erste Turbine erfinden konnte. Diese ermöglichte die Nutzung von Gefällen, die weitaus höher waren, gleichzeitig war sie auch in der Lage, wesentlich größere Wassermengen zu bewältigen.

Die erste funktionsfähige Wasserturbine

Im Jahr 1827 ist es dem Ingenieur Benoît Fourneyron gelungen, die erste Wasserturbine zu entwickeln, die wirklich funktionsfähig war. Während das Wasserrad durch Wasser, das horizontal fließt, angetrieben wird, ist es bei der Turbine so, dass das Wasser von oben herunter direkt auf eine Art von Propeller geleitet wird. Dieser beginnt daraufhin zu rotieren. Durch diese Technik war es möglich, sowohl größere Mengen an Wasser als auch höhere Gefälle entsprechend auszunutzen. Dadurch konnte auch eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit verglichen mit den Wasserrädern erreicht werden.

Erfindung der Francis-Turbine

James B. Francis, ein amerikanischer Ingenieur, entwickelte im Jahr 1849 diese Wasserturbine weiter, diese Weiterentwicklung ist heute bekannt als Francis-Turbine. Bei dieser Turbine ist es so, dass das Wasser seitlich auf das Turbinenlaufrad geleitet wird durch verstellbare Leitschaufeln. Während diese Turbinen zu Beginn nur in rechteckigen Schächten verbaut wurden, achtete man später auch auf die bessere Verteilung des Zuflusses des Wassers auf die Turbine. Dafür wurde dann eine Spirale montiert, ein schneckenförmiges Gehäuse. Dieser Turbinentyp ist so erfolgreich, dass er bis heute in Wasserkraftwerke verbaut wird.

Erfindung der Pelton-Turbine

Im Jahr 1879 konstruierte der Ingenieur Lester Pelton, ebenfalls Amerikaner, die nach ihm benannte Pelton-Turbine. Diese ließ er sich ein Jahr darauf auch gleich patentrechtlich schützen. Die Funktionsweise der Pelton-Turbine ist die Nutzung der Bewegungsenergie des Wassers. Allerdings eignet sich diese Turbinenart nut für Wasserkraftwerke, die eine sehr große Fallhöhe aufweisen. Diese Fallhöhe sollte mindestens 20 Meter betragen bis hin zu 2000 Metern.

Neue Getriebeart und Wasserräder, die im Verbund arbeiten

Währenddessen versuchte sich Johann Niclas Müller an einer neuen Getriebeart. Diese entwickelte sich zu einer sehr wichtigen Grundlage für die Nutzung der Wasserkraft in der späteren industriellen Anwendung. Bis dato war es üblich gewesen, dass die Mühlen mit Riemen und Bändern bewegt wurden. Müller ersetzte diese ganz einfach durch eine Zahnradmechanik. Im 19. Jahrhundert gab es sehr viele Neuerungen und Innovationen im Bereich der Wasserkraft, zu dem Zeitpunkt wurden auch Wasserkraftwerke errichtet bei denen es so war, dass erstmals mehrere Wasserräder direkt in einem Verbund arbeiten konnten. Diese Technik ermöglichte es, dass sowohl Erz als auch Grubenwasser gehoben werden konnten aus sehr großen Tiefen. Sie waren sogar in der Lage, die Bergleute zu befördern.

Das erste Wasserkraftwerk in Nordengland

Im 19. Jahrhundert wurden auch die Weichen gestellt für die Stromerzeugung durch Wasserkraft. Im Jahr 1880 wurde auch das erste Wasserkraftwerk in Northumberland in Betrieb genommen.

Das erste Großkraftwerk der Wasserkraftgeschichte – die Zukunft hat begonnen

Nach und nach konnte sich die Turbine in der Zeit als Antrieb für Generatoren durchsetzen, die für die Stromerzeugung genutzt wurden. Die Elektrizität breitete sich Mitte des Jahrhunderts immer weiter aus. Somit wurde es auch möglich, dass die Energie, die durch Wasserkraft erzeugt wurde, nicht mehr nur auf die Nutzung vor Ort beschränkt wurde, sondern auch an anderen Orten zum Einsatz kommen konnte, ganz einfach durch eine Umwandlung in Strom. Im Jahr 1895 ist es dann soweit, die ersten Wasserkraftwerke, die für die Stromerzeugung genutzt werden, entstehen, und in dem Jahr konnte das erste Großkraftwerk weltweit in den Betrieb gehen. Gebaut wurde es am Fluss Niagara in Nordamerika.

Das Kraftwerk Rheinfelden

Im Jahr 1898 ging das Flusskraftwerk Rheinfelden in den Betrieb. Zu der Zeit war es das größte Wasserkraftwerk in Europa. Das Kraftwerk hatte eine Konzession für eine Laufzeit von 90 Jahren erhalten, im Jahr 2011 wurde das Kraftwerk, das heute bekannt ist als Altes Wasserkraftwerk Rheinfelden, abgebrochen. Ein neues Wasserkraftwerk, gerade einmal ein paar hundert Meter flussaufwärts vom Alten Wasserkraftwerk Rheinfelden, hat jetzt den Dienst übernommen. Bis heute hat sich die Wasserkraft für die Stromerzeugung rasant weiterentwickelt. Gerade in Zeiten der Energiewende ist Wasserkraft eine sehr gefragt erneuerbare Energie.

Entwicklung der Kaplan-Turbine

Viktor Kaplan, Professor aus Österreich, entwickelte 1913 die nach im benannte Kaplan-Turbine. Hierbei handelt es sich um ein vollkommen neues Turbinenkonzept. Dieser Typ Turbine sieht ähnlich aus wie eine Schiffsschraube, die über verstellbare Schaufeln verfügt. Je nach Bauform ist es so, dass sowohl die Laufschaufeln als auch die Leitschaufeln verstellbar sind. Dies bezeichnet man als eine doppeltregulierte Turbine. Diese Anlagen können sehr gute Wirkungsgrade erreichen, und das sogar auch, wenn die Wassermenge oder auch die Fallhöhen schwankend sind. Sehr oft kommt die Kaplan-Turbine heute in Laufwasserkraftwerken zum Einsatz.

Innovationen bieten immer neue Möglichkeiten

Seit der Zeit, zu der das erste Wasserkraftwerk in Deutschland entstanden ist, bis heute hat sich in der Technik der Wasserkraft so einiges geändert. Nachdem von der Regierung die Energiewende eingeläutet wurde, arbeiten viele Ingenieure daran, die Nutzung der Wasserkraft effektiver zu machen. Und auch wenn der Wirkungsgrad der Wasserkraftwerke heute eigentlich beinahe ausgereizt ist, gibt es immer wieder Innovationen, die Wasserkraft sicherer machen, so beispielsweise im Bereich des Fischschutzes. Auch im Bereich von Standorten, bei denen es bisher schwierig war, diese energetisch zu nutzen, sorgen Innovationen für einen großen Fortschritt.

Innovationen der Wasserkraft in den vergangenen Jahren

Stromboje

Kritiker der Wasserkraft bemängeln immer wieder, dass die Wasserkraft zu sehr in die Natur eingreift, beispielsweise durch den Bau von Schleusen oder Staumauern. Dies ist für den Einsatz der Stromboje nicht notwendig. Diese Stromboje ist eine Erfindung, die sich nur ganz knapp unterhalb der Wasseroberfläche befindet. Sollte es zu Hochwasser kommen ist es problemlos möglich, diese abzusenken, damit sie nicht durch irgendwelches Treibgut beschädigt werden kann. Diese Boje bietet auch für die Fische einen sehr guten Schutz, da sich ihr Rotor nur sehr langsam dreht. Dadurch sind die Fische in der Lage, den Rotor ohne Probleme und Gefahren zu passieren. Wie eine übliche Boje liegt die Stromboje im fließenden Gewässer, bauliche Maßnahmen entfallen also, die Natur wird geschützt. Diese Stromboje kann bei einer Strömungsgeschwindigkeit von 3,3 Metern/s eine Nennleistung erbringen, die bei 70 kW liegt.

Schachtkraftwerk

Ein Kraftwerk, das speziell für sehr geringe Fallhöhen entwickelt wurde, ist das Schachtkraftwerk. Den Ingenieuren der TU München ging es bei der Entwicklung darum, eine Lösung für geringe Fallhöhen zu finden, ohne dabei große Eingriffe in den Gewässerlauf oder in die Umgebung der Gewässer vorzunehmen. Die Konstruktion ist relativ einfach, aber sehr effektiv. Direkt in das Flussbett vor einem Wehr wird ein Schacht gegraben. Das Wasser gelangt dann durch eine Anlage in Kistenform von oben hinein. In dieser Anlage befindet sich ein Generator, der an eine Turbine gekoppelt ist. Dieses Kraftwerk befindet sich unterhalb der Wasseroberfläche. Dementsprechend kann weder eine Lärmbelästigung beispielsweise für Anwohner aufkommen, noch bestehen Gefahren bei Hochwasser. Auch der Wartungsaufwand ist hier auf ein Minimum reduziert. Ein Schachtkraftwerk ist auch eine große Errungenschaft für den Fischbestand eines Flusses, denn durch einen Rechen wird verhindert, dass Fische überhaupt erst in den Schacht der Turbine gelangen.

Stiller Energiewandler Kompaktwasserrad

Dieses Projekt ist auch bekannt unter der Abkürzung StEwaKorad. Dahinter verbirgt sich ein Gemeinschaftsprojekt der Uni Siegen in Zusammenarbeit mit dem Erfinder Hans-Ludwig Stiller. Dieses Projekt ist ausgelegt für kleine Fallhöhen, aber auch für recht geringe Fließgeschwindigkeiten. Es handelt sich hier um ein relativ kleines Kraftwerk, das sich unterhalb der Wasseroberfläche befindet. Es hat einen Vor- und einen Rücklauf, und das Besondere an dieser Konstruktion ist, dass dieses Kraftwerk ganz einfach ausgerichtet werden kann auf die unterschiedlichen Strömungen im Wasser. Dafür sind die beweglichen Schaufelblätter zuständig. Ein weiterer Pluspunkt dieser Erfindung ist auch, dass sie einen hohen Schutz für die Fische und auch für die Umwelt bietet.

Steamdiver

Einfach aber effektiv – so kann man den Steamdiver wohl am besten bezeichnen. Die Konstruktion ist recht einfach, dabei wird der Generator direkt angekoppelt an die feste Propellerturbine. Somit wird nicht nur Platz gespart, auch die Komplexität der Technik wird reduziert. Wie heißt es immer so schön, je komplizierter die Technik, umso höher die Fehlerquote. Diese Fehlerquote wird bei dem Steamdiver so erheblich reduziert, und auch der Wartungsaufwand fällt nicht so hoch aus. Zudem funktioniert die Turbine auch noch vollkommen ohne Öl. Dadurch war es möglich, diese Turbine ohne Dichtungssysteme zu konstruieren, die ja bekanntlich ebenfalls wieder für einen hohen Wartungsaufwand gesorgt hätten. Auch für die Umwelt ist der Steamdiver eine Bereicherung, denn der Eingriff in die Natur bei der Installation ist absolut minimal. Beide Punkte haben eine positive Wirkung auf den Gewässerschutz. Es handelt sich hier um einen modularen Aufbau, dies ist von Vorteil bei der Planung von neuen Wasserkraftwerken. Aber auch die Integration in bereits bestehende Anlagen wird dadurch sehr erleichtert. Der Steamdiver ist ganz besonders gut geeignet für existierende Querbauwerke, die sich an Flüssen befinden mit einem Gefälle von etwa zwei Metern.

Gravitationswasserwirbelkraftanlage

Ein sehr langes Wort, aber eine sehr interessante Anlage. Diese Anlage befindet sich in Ober-Grafendorf in Österreich am Mühlbach. Es ist nur eine recht kleine Anlage, die allgemein nicht viel Platz in Anspruch nimmt. Sie war aber bisher bereits in der Lage, jährlich bis etwa 65.000 kWh Strom zu erzeugen. Das dafür notwendige Rotationsbecken ist lediglich 6 Meter breit im Durchmesser. Das Prinzip ist ebenfalls sehr einfach, dabei strömt rechts Wasser ein, dieses läuft am Grund in der Mitte ab durch den permanenten Wasserwirbel. Damit diese Wasserwirbelkraftanlage funktioniert, ist eine Fallhöhe von lediglich 1,5 Metern vollkommen ausreichend. Die Turbine im Wasserwirbel wurde ganz speziell für den Einsatz in dieser Anlage optimiert.

Quelle: http://www.energieleben.at/wasserkraft-schonend-nutzen/

Wellen- und Gezeitenkraftwerke

Diese Art von Kraftwerken zählen zwar nicht zu den neuesten Erfindungen in der Wasserkraft, aber sie werden heute immer beliebter. Der Grund dafür ist darin zu finden, dass sie sehr effektiv sind in der Nutzung der Wasserkraft, aber keine größeren Eingriffe in die Natur erfordern. Bei diesen Kraftwerken spielt die Naturgewalt des Meeres eine große Rolle. Wellen haben eine recht hohe Energiedichte, die höher liegt als beim Wind. Zudem bietet die Energie aus dem Meer auch weniger Schwankungen. Die Kraft der Wellen ist für gewöhnlich immer verfügbar. Kein Wunder, dass diese Technik immer beliebter wird. Allerdings ist die technische Umsetzung nicht so einfach, wie man sich das erhofft hatte, hier wird wohl noch etwas geforscht werden müssen, um die Anlagen gegen die Kraft des Meeres zu schützen und sich gleichzeitig die Energie des Meeres zunutze machen zu können.

Quelle: http://www.energie-tipp.de/neue-energie/wasser/3946313

Very-Low-Head-Turbinen

Diese neuartigen Turbinen sind bereits im Einsatz. Im Frühjahr konnte dieser Turbinentyp im Allgäu bereits den ersten Strom erzeugen. Es handelt sich hier um einen vollkommen neuen Typ an Turbinen. Die Erfinder haben Großes mit ihm vor, denn dieser Typ soll vollkommen neue Standards setzen, und das nicht nur bei der Wirtschaftlichkeit, sondern zudem auch bei der Fischverträglichkeit. Zwei dieser Very-Low-Head-Turbinen sind im Einsatz, jede ist in der Lage, eine Leistung von 450 kW zu erbringen. Diese Turbine wurde konzipiert, um an einer bestehenden Staustufe mit einer niedrigen Fallhöhe die Wasserkraft nutzbar machen zu können für die Erzeugung von Strom. Aber auch an die Fische wurde gedacht, der neue Turbinentyp sollte dazu führen, dass ein für die Fische sehr verträgliches Kraftwerk entstehen kann. Und das hat bestens funktioniert. Dieses Projekt im Allgäu wurde sogar durch die Umweltministerin Bayerns als Vorzeigeprojekt bezeichnet.

Quelle: http://www.energiespektrum.de/index.cfm?pid=1706&pk=164044#.V_TVPWs2Xao

Mini-Turbine für Wasserstrudel

Es muss nicht immer groß sein, manchmal können auch kleinere Dinge wie eine neue Mini-Turbine Großes leisten. Diese Mini-Turbine nutzt ebenfalls die Kraft des Wassers von Flüssen und Bächen aus. Sie wurde erfunden von Miroslav Sedláček. Ihr großer Vorteil ist, dass sie auch dann bestens funktioniert, wenn das Wasser nur eine sehr geringe Fließgeschwindigkeit hat. Auch hier liegt der Erfindung wieder ein ganz einfaches Prinzip zugrunde. In einem Turbinenschacht befindet sich ein Rotor, das Wasser fließt in den Turbinenschacht hinein und am Rotor vorbei. Unterhalb des Rotors verwirbelt das Wasser dann, und diese Verwirbelung setzt den Rotor in Bewegung. Über einen Generator erfolgt die Erzeugung des Stroms. Dieses Mini-Kraftwerk funktioniert sogar, wenn die Fließgeschwindigkeit bei unter zweit Liter in der Sekunde liegt. Hier gibt es sehr viel Potential, das genutzt werden kann.

Quelle: http://www.wiwo.de/technologie/green/tech/wasserkraft-neue-turbine-nutzt-energie-der-kleinen-wasserstrudel/13680256.html

Energierotor

Der Energierotor ist eine sehr umweltfreundliche Erfindung. Er ist in der Lage, direkt aus dem Wasser Energie ziehen zu können, somit werden Bauwerke überflüssig. Dieser Energierotor ermöglicht es, dass auch alte Mühlen und Wehranlagen für die Gewinnung von Energie eingesetzt werden können. Angetrieben wird der Rotor ausschließlich durch die Fließgeschwindigkeit des Wassers. Daher gehört der Energierotor zu den Langsamläufern. Diese neue Technik benötigt keinerlei neues Wehr, was ein sehr großer Vorteil ist. Auch die Stauung von Wasser ist unnötig. Die Rotorblätter des Energierotors laufen sehr langsam, somit haben auch Fische kein Problem damit, einfach hindurchzuschwimmen, es besteht nicht die Gefahr, dass sie durch den Rotor getötet werden. Es ist sogar möglich, diesen Rotor komplett zu versenken, somit ist er im Wasser gar nicht mehr zu sehen.

Quelle: http://www.h2ofuture.de/energierotor0.html

Elastomer-Generator

Dieser Generator nutzt die Strömungsgeschwindigkeit von Bächen und Flüssen, um Strom zu gewinnen. Eine Folie ist das Herzstück dieses ganzen Generators. Diese Folie dehnt sich durch die Fließgeschwindigkeit des Wassers aus und zieht sich wieder zusammen, woraus die Energie entsteht. Dieser Generator ist in der Lage eine Tagesleistung zu erbringen, die bei rund 2,4 Kilowattstunden liegt. In der Gemeinde Werbach im Main-Tauber-Kreis wird diese neue Technik zur Zeit einem Test unterzogen. Unterhalb des dortigen Wasserkraftwerks in Niklashausen wurde der Elastomer-Generator eingesetzt. Um wirklich ausreichende Erkenntnisse über diese neue Technik zu bekommen, wurde eine Testphase von drei Jahren anberaumt. In dieser Zeit soll sich zeigen, dass es damit möglich ist, die Grundlasten im Energiebereich bedienen zu können durch eine umweltneutrale und umweltschonende Energiequelle.

Quelle: http://www.main-echo.de/regional/kreis-main-tauber/art4021,3939738


 

Strom mit der Wasserkraftschnecke

Die Neue Donau schützt die Stadt Wien vor Hochwasser. Sie trägt aber auch zur Stromversorgung der Stadt bei durch ein Kraftwerk, das dort errichtet wird und nachhaltig Strom erzeugen soll. Schon im Mai 2017 soll dieses neue Kraftwerk in Betrieb gehen. Es ist geplant, dass es einige Jahrzehnte laufen, und dabei nur einen geringen Wartungsaufwand benötigen soll.

Mit Hilfe einer sogenannten Wasserkraftschnecke wird dann auf einem Wehr, das sich gegenüber des Wakeboardlifts befinden wird, im kommenden Jahr mit dem Überschusswasser der Neuen Donau umweltfreundlicher Strom erzeugt werden. Dort wird eine Wasserkraftschnecke errichtet, die nach einem bekannten Prinzip funktionieren soll, dem Funktionsprinzip der archimedischen Schraube. Schaut man sich die Anlage an, wird man unweigerlich an ein Schneckenhaus erinnert. Die Schnecke selbst wird sich unter der Erde befinden, sie wird in einem Winkel von 30 Grad schräg liegen. An der Neuen Donau gibt es einen Höhenunterschied, dadurch strömt das Wasser durch die Schnecke hindurch und diese wird so in eine Drehbewegung versetzt. Diese Drehbewegung wird dann in Wechselstrom umgewandelt durch einen Generator. Der erzeugte Strom wird dann gleich in das Netz der Stadt Wien geleitet. Dieses Energiepotenzial, das dort schlummerte, lag bisher vollkommen brach.

Insgesamt hat diese Wasserkraftschnecke eine Länge von 15 Metern und einen Durchmesser von etwas mehr als drei Metern. Wenn sich die Schnecke in Betrieb befindet, bewegt sie sich mit etwa 25 Umdrehungen in der Minute.

Die Neue Donau als Hochwasserentlastungsbauwerk

Es gibt dort zwei Wehranlagen, die jeweils vier Meter Höhenunterschied aufweisen. Diese Wehranlagen dienen dazu, den Wasserspiegel immer auf einem ganz bestimmten Niveau zu halten. Sollte es zu einem Hochwasser kommen, steht somit als Puffer Speichervolumen zur Verfügung. Allerdings ist es auch so, dass die Donauinsel wohl nicht ganz dicht ist, somit sickert Wasser von der regulierten Donau, die höher liegt, hinein in die Neue Donau. Und genau dieses Sickerwasser wird von der Wasserkraftschnecke in diesem innovativen Projekt genutzt, um Ökostrom zu erzeugen. Die Anlage soll sehr robust sein, aber auch kostengünstig und vor allen Dingen nachhaltig. Bei diesem Projekt geht man von einer Laufzeit aus, die bis zu 100 Jahren betragen soll.

Fertigstellung im Frühling 2017

Die Wasserkraftschnecke ist sehr robust, aber auch die Tatsache, dass sie nur sehr geringe Wartungsarbeiten erfordert, machen sie so interessant. Zudem ist der Betrieb sehr einfach. Insgesamt wird diese Anlage eine Leistung von etwa 100 Kilowatt aufweisen. Es ist vorgesehen, dass sie 400.000 Kilowattstunden Strom produzieren soll. Damit wäre die Schnecke in der Lage, rund 120 Haushalte in Wien mit Ökostrom zu versorgen. Für die Errichtung dieser Anlage werden zwei Baugruben benötigt. In diesen wird der Einlauf, der Auslauf und das Krafthaus getrennt voneinander entstehen. Beide Baugruben werden verbunden mit einem Rohr, das 1,4 Meter stark und 60 Meter lang ist. Durch dieses Rohr fließt das sogenannte Antriebswasser. Bereits abgeschlossen ist die Anbindung an die Neue Donau, die einen Schnitt durch die dicke Ufermauer erforderte. Im kommenden Januar soll die Schnecke geliefert und eingesetzt werden. Im März soll sie dann in Betrieb gesetzt werden. Die Testphase soll bis zum Mai gehen, danach ist der Start des Planbetriebs geplant.

Anlage so gut wie unsichtbar

Wenn die gesamte Anlage fertiggestellt ist, wird nur noch ein kleines Betonhäuschen zu sehen sein. Dort befindet sich die Steuerung der Wasserkraftschnecke. Somit wird die Umwelt nicht beeinträchtigt, da sich dieses Kraftwerk problemlos in das Areal einfügt. Auch für Fische ist diese Wasserkraftschnecke sehr vorteilhaft. Wenn sich bisher Fische in die abgesperrte Neue Donau bei Hochwasser verirrten, entkamen sie für gewöhnlich nur über die Wehranlage, und das nur mit einem unangenehmen Aufprall auf das Wasser. Jetzt ist es für sie problemlos möglich, sanft durch die Schnecke nach unten zu schwimmen.

Quelle: https://inwien.at/Wasserkraftschnecke-Wien-Energie.43644.0.html

 

Hier einmal das Infovideo zur Wasserkraftschnecke:

 

 

 

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