Kostenexplosion durch Umweltschutz für das Wasserkraftwerk Rechtenstein

Wehranlage

Ein Wehr, auch Stauwehr oder Stauwerk genannt. Es ist Teil einer Stauanlage

Wasserkraft ist eine sehr gute Sache, aber engagierte Menschen in diesem Bereich müssen immer wieder mit Hürden kämpfen, die nicht nur sehr zeitaufwändig sind, sondern auch recht hohe Kosten entstehen lassen. Dies muss auch Elmar Reitter, Pionier der Wasserkraft in Rechtenstein, jetzt wieder einmal erfahren. 

 

Pionier der Wasserkraft in Rechtenstein – Elmar Reitter

Elmar Reitter ist Wasserkraft-Unternehmer im kleinen Örtchen Rechtenstein. Er hat bisher nicht nur sehr viel Zeit und Energie in sein Wasserkraft-Projekt gesteckt, sondern auch sehr viel Geld. Gerade erst besuchte der Landtagsabgeordnete Manuel Hagel den Ort und besichtigte auch das dortige Wasserkraftwerk. Dabei konnte er sich selbst davon überzeugen, dass die Investition in die erneuerbare Energiequelle Wasserkraft nicht nur sehr viel Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen erfordert, sondern auch viel Geld. Elmar Reitter erläuterte dem Abgeordneten sein Projekt ganz genau.

Neues Wehr in der Donau – ein Hindernis nach dem nächsten durch Bürokratie

In der Donau entsteht ein neues Wehr. Der Unternehmer hat eine vierte Turbine geplant, ebenso vorgesehen sind auch Sanierungsarbeiten am Wasserkraftwerk, und ein aufwendiger Fischpass soll ebenfalls entstehen. Die Planungen sind hier nicht erst seit ein paar Wochen in Arbeit, sondern schon seit rund 30 Jahren. In dieser Zeit musste Reitter erfahren, wie hoch die bürokratischen Hürden sein können. Laut Reitter gibt es Unmengen an Auflagen, die er selbst als nicht mehr nachvollziehbar ansieht. Seiner Aussage nach sei es auch so gewesen, dass er bereits einmal kurz davor gewesen sein, das Handtuch zu werfen. Gerade die Forderungen, die es im Bereich der Fischerei gegeben habe, seien kaum noch auszuhalten gewesen. Insgesamt vier Mal habe man den Fischaufstieg umplanen müssen, damit er nun auch für Huchen passe, die es in der Donau gar nicht gebe.

„Unsägliche Bürokratie“ führt zu teuren Investitionen

Reitter sagt, dass es nicht nur die „unsägliche Bürokratie“ sei, die dahinter stecke, sondern oft auch die Sichtweise, die einzelne Behördenmitarbeiter hätten. Der neue Fischpass alleine soll Kosten in Höhe von 250.000 Euro verursachen. Daher schlägt Reitter vor, Ökopunkte zu vergeben für ökologische Investitionen so wie den Fischaufstiegen. Der Verkauf dieser Ökopunkte könnte dann zumindest einen kleinen Teil der Investitionen wieder hereinbringen.

Arbeiten am neuen Projekt haben begonnen

Schon im vergangenen Herbst fiel der Startschuss für das neue Projekt, die Arbeiten am ersten Bauabschnitt finden gerade statt. Schon in zwei Wochen soll dann ein Teil von der Bodenplatte betoniert werden für das neue Wehr. Ein wichtiger Punkt ist auch die Sicherung der Kraftwerk-Fundamente. Das Hochwasser sorgte hier für einen Verzug bei den Arbeiten, dennoch soll bis Ostern nächsten Jahres hier alles fertig sein. Gleichzeitig betonte Reitter aber auch, dass auch die Kosten nicht im geplanten Rahmen bleiben werden. Er sagte, dass es gut 60 Jahre dauern werde, bis sich diese Investitionen auch rentieren würden. Reitter hat eine richtige Leidenschaft für die die Wasserkraft, er besitzt rund 24 Kraftwerke, oder ist an ihnen beteiligt. Landtagsabgeordneter Manuel Hagen zeigte sich beeindruckt von dieser Arbeit und bot an, bei Problemen helfen zu wollen. Ob dadurch die Bürokratie für die Wasserkraft geringer wird, darf bezweifelt werden. Immerhin zollte er dem engagierten Unternehmer hohen Respekt für seine Arbeit im Bereich Wasserkraft. Er sagte, dass man sich keine Sorgen mehr machen müsse um die Energiewende, wenn es mehr solche Unternehmer gäbe. Aber wer ist schon gewillt, diese ganzen Hürden auf sich zu nehmen? Dazu gehört schon eine Menge Engagement wie das von Elmar Reitter, und das haben leider nicht viele Unternehmer.

Quelle: http://www.swp.de/ehingen/lokales/ehingen/Wasserkraft-Wasserkraftwerk-Durchhaltevermoegen-Buergermeisterin-Hartnaeckigkeit-Energiequelle-Eindruck-Investition-Lob-fuer-Wasserkraft-Investor;art1222917,3907640


Widerstände gegen neu entwickeltes Wasserkraftwerk

Elmar Reitter ist nicht der einzige engagierte Unternehmer, der mit der Bürokratie zu kämpfen hat, auch viele andere haben diese Erfahrung bereits machen müssen. So zum Beispiel ein Münchener Unternehmen, das acht ganz neuartige Wasserkraftwerke bauen will in den Unterlauf der Iller. Dagegen wehren sich die bayerischen Kommunen und Verbände vehement. Ihr Plan ist die langsame Renaturierung der Gewässer.

Neues Wasserkraftwerk von der Technischen Universität München

Das Wasserkraftwerk, das von den Wissenschaftlern der TU München entwickelt wurde, verspricht richtige Wunderdinge. Demnach sollen sich bei der neuen Anlage sowohl die Turbine als auch der Generator in einem Schacht befinden, der in das Flussbett eingebaut wurde, beides befindet sich also unter Wasser. Somit schwimmen die Fische ganz einfach darüber hinweg, und ein Rechen sorgt dafür, dass die weitgehend auch nicht vom Sog eingesaugt werden. Das Beste an diesen Wasserkraftwerken ist, dass ein weiteres Aufstauen nicht notwendig ist, und die Umwelt somit geschont wird.

Münchener Unternehmen will Kraftwerke an der Iller bauen

Das Unternehmen Fontin & Company will acht von diesen Kraftwerken bauen, stößt aber auf heftigen Widerstand, zumindest bei den bayerischen Kommunen. Selbstverständlich haben auch die Fischereiverbände wieder ihren Teil dazu beigetragen, dass sich die Kommunen gegen diese Kraftwerke stellen, obwohl sie durchaus dazu beitragen können, die Flora und Fauna in der und um die Iller zu verbessern. Das wäre für die Iller nur positiv, wurde dieser Fluss schon seit zwei Jahrhunderten hindurch bebaut, begradigt und übernutzt. Das Hauptargument ist hier, dass es bereits einen Gewässerentwicklungsplan auf bayerischer Seite gebe, der schon in Arbeit sei.

Zustimmung auf baden-württembergischer Seite

Ganz anders reagieren die Verantwortlichen auf der baden-württembergischen Seite, hier findet der geplante Kraftwerksbau durchaus Zustimmung. Beispielsweise hat die Stadt Dietenheim hier bereits beschlossen, dass man dem Kraftwerksbau keine Steine in den Weg legen wolle beim Genehmigungsverfahren.

Quelle: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.geplante-wasserkraftwerke-an-der-iller-laenderstreit-um-eine-flussleiche.ca747526-b2c5-4e96-92c8-3622237c902d.html


 

Auch Mühlenverband beklagt sich über Hindernisse

Auch der Mühlenverband und die Kraftwerker haben sich bereits über die Hindernisse beklagt, die es bei der Wasserkraftnutzung gibt. Hier wird gefordert, dass die Landesregierung das Verfahren beschleunigen soll.

EU-Wasserrahmenrichtlinie verhindert Comeback

Der Vorsitzende des Landesverbands der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und -erhaltung (DGM), Ulrich Höppner, sagte, dass es nicht nur die „romantische Nostalgie“ sei, die am Mühlentag die Besucher anlocke. Insgesamt sei das Interesse an der Technik gestiegen. Allerdings fügte er bedauernd hinzu, dass im Südwesten Deutschlands von einer Renaissance der Wasserkraft nicht gesprochen werden könne. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie verhindere seiner Meinung nach „ein Comeback der traditionellen Energieerzeugung“. Durch die Bürokraten, die dafür zuständig seien, würden diese Vorgaben häufig recht restriktiv ausgelegt. Hauptsächlich ginge es dabei um die Durchgängigkeit von den Bächen und Flüssen, hier müssten dann notfalls auch Fischtreppen errichtet werden. Die Kosten dafür müssten immer von den Eigentümern des Kraftwerks bezahlt werden. Auch die amtliche Anerkennung der Wasserrechte führe immer wieder zu Problemen, so Höppner. Quelle: http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Keine-Renaissance-der-Wasserkraft-in-Sicht-288335.html

Fazit:

Wie man sieht, muss sich nicht nur Unternehmer Elmar Reitter mit der Bürokratie herumplagen, die eine effektive Nutzung der Wasserkraft anscheinend verhindert.

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