Lastwagen mit Brennstoffzellen tanken Wasserstoff, welcher aus Wasserkraft hergestellt wird.

Brennstoffzellen-Autos - hat die Technik noch eine Chance? Eine Genossenschaft in der Schweiz plant ein neues Tankstellennetz für Wasserstoff.

Brennstoffzellen-Autos – hat die Technik noch eine Chance? Eine Genossenschaft in der Schweiz plant ein neues Tankstellennetz für Wasserstoff.

Tankstellen – jeder kennt sie. Auch Elektrotankstellen sind mittlerweile immer öfter zu finden. Aber Wasserstofftankstellen? Hierzulande sind diese noch nicht so oft zu finden, wie sich viele dies wünschen würden. Anders sieht es dagegen in der Schweiz aus. Dort ging gerade erst eine neue Wasserstofftankstelle in Betrieb.
 
 
 

Wasserstofftankstellen – die Schweiz macht es vor

Die Bedienung solcher speziellen Tankstellen kann recht kompliziert sein. Oft hat man mit Sicherheitsschranken zu kämpfen, die einen einfach nicht an den gewünschten Kraftstoff gelangen lassen. Oder man muss Roboter bedienen, die einfach nicht das machen, was man möchte. Vielleicht auch einer der Gründe, warum viele sich gegen ein Brennstoffzellen-Auto entscheiden. Aber auch die Verbreitung der Wasserstofftankstellen spielt hier sicherlich eine große Rolle. In der Schweiz hat sich dies jetzt geändert, denn dort gibt es nun die erste öffentliche Wasserstofftankstelle im aargauischen Hunzenschwil, die ganz einfach zu bedienen ist. Die Zapfsäule sieht aus wie eine gewöhnliche Zapfsäule, und ist auch ebenso einfach zu bedienen. Diese Tankstelle von Coop wird nicht nur der kommenden Brennstoffzellen-Lastwagenflotte zur Verfügung stehen, sondern allen Besitzern von solchen Fahrzeugen.

Außergewöhnliches Konzept mit neuartiger Prozesskette

Natürlich gibt es heute bereits in vielen Ländern Wasserstoff-Tankstellen, selbstverständlich auch in Deutschland. Allerdings ist das Konzept dieser neuen Wasserstoff-Tankstelle eine absolute Weltpremiere. Die Besonderheit liegt hier in der Prozesskette. Dabei ist es so, dass der Wasserstoff hergestellt wird mit Hilfe von Strom aus einem Laufwasserkraftwerk, das sich in der Nähe befindet. Danach wird dieser Wasserstoff dann weiter zur Tankstelle geliefert. Somit gibt es beim Betrieb von Brennstoffzellen-Autos nur eine Emission, und das ist Wasser. Genau mit diesem Wasser hat zuvor an der Aare alles begonnen. Somit hat es dieses Betriebskonzept geschafft, zum ersten Mal überhaupt den Wasserkreislauf komplett zu schließen. Da hier erneuerbarer Strom genutzt wird, vermindern sich auch gleichzeitig die CO2-Emissionen.

Neue Treibstoffe – eine Herausforderung

Neue Treibstoffe wie Wasserstoff bieten immer eine ganz besondere Herausforderung. Wer als Verbraucher ein solch spezielles Auto kaufen möchte, der wird dies nur dann auch wirklich in die Tat umsetzen, wenn sich in der Nähe ausreichend Tankstellen befinden. Schließlich möchte niemand den halben Tank leer fahren, nur um die nächste Tankstelle zu erreichen. Betreiber wiederum werden natürlich keine entsprechende Zapfsäule oder Tankstelle bauen, wenn niemand die entsprechenden Autos fährt.

Coop löst die Problematik

Die Coop Genossenschaft aus der Schweiz kann diese Problematik nun lösen, denn die verfügt nicht nur über eine sehr große Flotte an Lastwagen, sondern auch gleichzeitig praktischerweise ein recht dichtes Tankstellennetz. Somit kann die notwendige Auslastung einer solchen Tankstelle sichergestellt werden. Hier bietet sich auch ein großer Vorteil für alle Privatleute, die entweder bereits über ein Brennstoffzellen-Auto verfügen, oder mit dem Gedanken spielen, sich eines zu kaufen.

Neue Impulse für die Wasserstoffmobilität

Solch eine Anlage wie die in Hunzenschwil ist in der Lage, viele neue Impulse zu setzen für die Wasserstoffmobilität, nicht zuletzt auch wegen der Nutzungsmöglichkeiten für die Öffentlichkeit. Daher ist diese Tankstelle eine sehr gute Ergänzung für bereits bestehende Forschungsprojekte. Nachdem jetzt die erste Wasserstoff-Tankstelle in Betrieb gegangen ist, plant die Genossenschaft für das nächste Jahr weitere Tankstellen, die sich in der Nähe von größeren Städten befinden sollen. Gleichzeitig sollen auch weitere Brennstoffzellen-LKWs in den Einsatz gebracht werden.

Quelle: https://energeiaplus.com/2016/11/08/aus-wasserkraft-wird-wasserstoff/


 

Große Pläne – wie sieht es weltweit aus?

Diese Pläne der schweizerischen Genossenschaft sind sehr groß aber scheinen dennoch gut umsetzbar zu sein, das Konzept scheint schlüssig. Aber nicht immer werden große Pläne auch wirklich umgesetzt. Dies zeigt ein Bericht aus dem Jahr 2009, in dem es um die serienfertigen Mercedes B-Klasse F-Cell mit Brennstoffzelle geht. Damals hieß es, dass ich jetzt ein Konsortium um Daimler um das fehlende Kraftstoff-Netz kümmern wolle. Darin hieß es auch, dass dieses Konsortium bis zum Jahr 2015 ein flächendeckendes Netz errichten wolle an Wasserstofftankstellen. Bis zum Ende des Jahres 2011 sollte die Anzahl der bis dahin etwa 30 Wasserstoff-Tankstellen in etwa verdoppelt werden. Nun ist das Jahr 2016, und im Februar diesen Jahres gab es in Deutschland gerade einmal 34 Wasserstoff-Tankstellen. Damit wurde das gesteckte Ziel auch fünf Jahre nach dem gesetzten Termin keinesfalls erreicht. Und das kann sicherlich auch nicht als flächendeckend bezeichnet werden.

Daimler unterzeichnete damals auch mit anderen Automobilherstellern eine Erklärung, demnach sollten bereits im vergangenen Jahr auf der ganzen Welt Hunderttausende unterschiedlicher Brennstoffzellen-Fahrzeuge auf den Straßen zu finden sein. Deutschland hat dann aber noch sehr viel aufzuholen, hierzulande waren im letzten Jahr gerade einmal rund 100 solcher Fahrzeuge zugelassen.

Quelle: http://www.autobild.de/artikel/wasserstoff-tankstellen-fuer-deutschland-974304.html

 


Entwicklung weltweit lässt zu wünschen übrig

Im Jahr 2009 gab es in Deutschland rund 30 Wasserstoff-Tankstellen. Bis zum Jahr 2011 sollten es etwa 60 sein. Fakt ist, dass erst im Jahr 2015 die Anzahl auf 34 gestiegen ist, und die vier neuen Tankstellen wurden im Jahr 2015 errichtet. Es hat sich also zuvor offensichtlich gar nichts getan.

Weltweit konnten 2015 gerade einmal 54 neue Tankstellen errichtet werden. Sehr viele davon befinden sich in Japan, dort kamen 28 neue Tankstellen hinzu. In ganz Europa waren es lediglich 19. Das erhöht die Anzahl der Wasserstoff-Tankstellen auf weltweit 214. In ganz Europa gibt es gerade einmal 95 Tankstellen. Für die öffentliche Nutzung sind gerade einmal 121 Tankstellen auf der Welt ausgelegt. Da wundert sich sicher niemand mehr, dass Brennstoffzellen-Autos nicht gerade ein Verkaufsschlager sind. Coop könnte diese Zahlen mit ihrem Konzept entscheidend verändern.

Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Deutschland-hat-34-Wasserstoff-Tankstellen-3118748.html


400 neue Wasserstoff-Tankstellen geplant

Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass ein Gemeinschaftsunternehmen rund um die Firma Linde plant, in Deutschland etwa 400 neue Wasserstoff-Tankstellen zu bauen. Auch wenn bis dato gerade einmal 100 entsprechende Autos zugelassen waren. Dennoch glaubt man offensichtlich an die Zukunft für Brennstoffzelle-Autos. Der Umwelt zuliebe wäre es zu wünschen, dass sich dies auch wirklich durchsetzen kann.

Quelle: https://www.welt.de/wirtschaft/article148150274/So-soll-der-Traum-vom-Wasserstoff-Auto-wahrwerden.html

 

Im folgenden Video wird einmal die Funktionsweise einer Brennstoffzelle erläutert:

 

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