Moderne Wasserkraftanlagen vs. naturnahe Iller

Die Iller - wichtige Quelle für die Erzeugung von Strom, oder naturnaher Fluss? Bald schon wird entschieden, ob die geplanten neuen Wasserkraftwerke an der Iller gebaut werden dürfen.

Die Iller – wichtige Quelle für die Erzeugung von Strom, oder naturnaher Fluss? Bald schon wird entschieden, ob die geplanten neuen Schachtkraftwerke an der Iller gebaut werden dürfen.

Strom aus erneuerbaren Energien oder ein naturnaher Fluss – was ist wichtiger? Diese Frage stellen sich viele Menschen, und eine Antwort darauf zu finden ist sicherlich nicht einfach. Für Naturschützer ist die Antwort ganz klar, selbstverständlich hat ihrer Meinung nach ein naturnaher Fluss immer Vorrang vor der Stromerzeugung. Ein sehr gutes Beispiel ist gerade die Iller.

 

Neue Schachtkraftwerke zur Stromerzeugung geplant

Es gibt Pläne seitens des Unternehmens Fontin & Company mit Sitz in München, in bereits bestehende Querbauten der Iller acht Schachtkraftwerke einzubauen. Hier geht es um den Abschnitt zwischen Memmingen und Illertissen. Dies ruft natürlich die Naturschützer auf den Plan, allen voran Ulrich Müller, den Vorsitzenden des BUND-Regionalverbands Donau-Iller. Sein Bemühen ist es schon seit Jahren, die Iller zu renaturieren. Dieses Bestreben wird natürlich durch den Bau dieser Schachtkraftwerke behindert.

Energetische Nutzung der Iller sei kontraproduktiv

Müller zufolge sei es kontraproduktiv, wenn man die Iller, oder was davon noch übrig ist, energetisch nutzen würde. Was von ihr noch übrig ist, dies sagt Müller nicht ohne Grund, denn er führt aus, dass bereits etwa 90 Prozent des Wassers der Iller genutzt wird für die Stromerzeugung. Allerdings fließt dieses Wasser nicht durch die Iller, sondern vielmehr durch Kanäle, die sich neben dem eigentlichen Fluss befinden durch die Kraftwerke. Müller fordert nun, dass die verbleibenden zehn Prozent ökologisch genutzt werden sollen.

Langfristiges Ziel – die naturnahe Iller

Das langfristige Ziel von Müller ist eine naturnahe Iller. Dieses Ziel kann aber nicht erreicht werden, wenn weitere Kraftwerke an der Iller entstehen würden. Er befürchtet, dass die Kraftwerke einen Fixpunkt setzen. Dadurch würde ein Rückbau der vielen Querbauten so gut wie nicht mehr möglich sein. Um die Iller renaturieren zu können, sei dies aber sehr wichtig. Durch die Querbauten würde verhindert, dass das sogenannte Geschiebe entlang des Flusses wandern kann. Unter Geschiebe versteht man hier Felsabbrüche, diese gelangen am Alpenrand in den Fluss, und auf dem Weg bis hin zur Mündung werden sie dann zu Kieselsteinen geschliffen. Müller ist der Meinung, dass das Flusssystem nur funktioniere mit einem Transport des Geschiebes. Er prognostiziert einen Anstieg der Artenvielfalt, zudem könnte der Fluss einen guten ökologischen Zustand erreichen, wie es auch das vorgegebene Ziel der EU sei.

Auch ökologische Argumentation auf Seiten der Planer

Auch das Unternehmen Fontin & Company führt hier ökologische Argumente an. Beispielsweise würden die Fische vom Bau der Kraftwerke profitieren, da sich die Durchgängigkeit des Flusses für sie verbessere. Dies ist ein Argument, das auch seitens des Fischereiberaters vom Bezirk Schwaben, Oliver Born, als zulässig erachtet wird. Er bevorzugt aber den Bau von neuen Rampen. Dies ist aber eine teure Lösung, und für eine schnellere Durchlässigkeit wäre der Bau der Kleinkraftwerke die richtige Wahl, so die Planer.

Neu entwickelte Kraftwerke bringen Nutzen für die Fische

In der Wasserkraft gibt es immer wieder neue Entwicklungen, so ist es auch bei diesen Kraftwerken, die an der Iller gebaut werden sollen. Das Besondere an ihnen ist, dass hier nur ein gewisser Teil des Wassers hinunterstürzt in den Schacht zur Turbine. Der Rest des Wassers strömt darüber weg. Somit ist den Fischen dann zukünftig möglich, diese Querbauwerke zu passieren. Geplant sind seitens des Unternehmens acht Kraftwerke, diese könnten insgesamt etwa 12,4 Millionen Kilowattstunden an Strom pro Jahr produzieren. Ulrich Müller wendet dagegen ein, dass dies viel zu wenig sei verglichen mit dem, was die bereits bestehenden Kraftwerke produzieren.

Genehmigung steht kurz bevor

Auch wenn sich die Naturschützer noch so sehr ins Zeug legen, die Genehmigung können sie wahrscheinlich nicht verhindern. Seitens der zuständigen Genehmigungsbehörde wird auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung verzichtet, diese ist nicht nur sehr teuer, sondern auch langwierig. Reinhold Ranz, Fachbereichsleiter Umweltschutz im Landratsamt des Alb-Donau-Kreises, sagte, dass eine Vorprüfung ergeben habe, dass wohl für die Umwelt nicht mit wesentlichen Verschlechterungen zu rechnen sei.

Klagen könnten den Bau verzögern – aber auch verhindern?

Auch wenn die Entscheidung für die Genehmigung recht eindeutig aussieht kann es durchaus sein, dass es bis zum endgültigen Baubeginn noch lange Zeit dauern kann. Eine Klage gegen diese Genehmigung vom Landratsamt wurde bereits seitens des Bund Naturschutz Kreis Neu-Ulm angekündigt. Seitens der Naturschutzverbände in Baden-Württemberg wird noch beraten, wie man diese angestrebte Klage unterstützen könne. Aber auch die Planer haben rechtliche Möglichkeiten, sie könnten bei erfolgter Genehmigung den sofortigen Vollzug dieser beantragen. Und natürlich kann auch dagegen wieder seitens der Naturschützer Einspruch eingelegt werden. Wer jetzt denkt, dass der Bau der Kraftwerke sofort nach Erteilung der Genehmigung beginnen werde, der täuscht sich sicherlich. Dies kann eine sehr langwierige Sache werden, dessen Ausgang ungewiss ist.

Quelle: http://www.swp.de/ulm/lokales/alb_donau/Herr-Mueller-und-der-Traum-von-der-naturnahen-Iller;art1222881,4032921

 


 

Wasserkraft – Pro und Contra erneuerbare Energien aus Wasser

 

Die Energieerzeugung aus Wasser ist eine der erneuerbaren Energien, die am meisten im Kreuzfeuer steht. Natürlich haben auch viele etwas gegen Windräder einzuwenden, aber die Wasserkraft scheint in den Fokus der Naturschützer gerückt zu sein. Ob hier wirklich im Einzelfall objektiv entschieden wird, oder ob die Wasserkraft generell verteufelt wird, das ist oft nur schwer feststellbar. Sicher ist, dass auch die Hersteller von Wasserkraftanlagen die Kritik wahrnehmen, und an Lösungen für die Probleme arbeiten. Dass die Anlagen immer besser und sicherer für die Fische werden, scheinen Naturschützer gerne einmal zu übersehen. Moderne Anlagen versuchen auch, den Eingriff in die Natur auf ein Minimum zu reduzieren. Aber auch diese Bemühungen, die oft von Erfolg gekrönt sind, werden auf der Seite der Naturschützer kaum oder gar nicht wahrgenommen.

Es gibt sehr viele Argumente für oder gegen die Wasserkraft. Wir wollen hier einmal verschiedene Meinungen Pro und Contra Wasserkraft aufführen:

 

Pro Wasserkraft

Unerschöpflicher Rohstoff

Im Gegensatz zu den fossilen Brennstoffen dieser Welt, die über kurz oder lang erschöpft sein werden, ist der Rohstoff Wasser absolut unerschöpflich. Die Erde verfügt über so viel Wasser, dass der Rohstoff selbst niemals knapp werden würde. Selbst wenn Wasserkraftwerke stark genutzt werden, könnten höchstens einmal einzelne Flüsse austrocknen.

Weitere Informationen:

http://www.wasserkraft.org/index.php/informationen-ganz/informationsfaltblatt-wasserkraft.html

 

Umweltfreundliche Energie, die kein Risiko darstellt

Im Gegensatz zur Atomenergie stellt die Wasserkraft keinerlei Risiko dar, es gibt keine giftigen Abfälle, die irgendwo die nächsten tausenden an Jahren gelagert werden müssen.

 

Lange Lebensdauer der Wasserkraftwerke

Eine Wasserkraftanlage hat eine sehr lange Lebensdauer, zudem erzeugt sie nur sehr niedrige Betriebskosten, da die Anforderungen an die Wartung und auch die Bedienung eines solchen Kraftwerks sehr gering sind.

Weitere Informationen:

http://www.wasserkraft.info/de/expertenumfrage-wasserkraft.html

 

Hoher Wirkungsgrad und Möglichkeit des schnellen Netzwiederaufbaus nach Störung

Wasserkraft hat den höchsten Wirkungsgrad unter den Arten der Stromproduktion, dieser liegt zwischen 80 und 95 Prozent. Weiterhin bietet die Wasserkraft die Möglichkeit der Energiespeicherung. Zudem sind sie als einzige in der Lage, den Netzwiederaufbau nach einer Großstörung zu gewährleisten, und das innerhalb von nur wenigen Minuten.

Weitere Informationen:

http://www.et-energie-online.de/AktuellesHeft/Topthema/tabid/70/NewsId/988/Sicherheit-und-Zuverlassigkeit-der-Stromversorgung-von-morgen.aspx


 

Contra Wasserkraft

Fischsterben

Eines der wichtigsten Argumente gegen die Wasserkraft ist sicherlich das Fischsterben. Hier wird behauptet, dass die Fische, die sich stromabwärts bewegen, in die Turbinen der Wasserkraftwerke geraten und dort gehäckselt werden. Gerade bei den Aalen soll dies ein großes Problem sein, denn die Hälfte aller Aale, die Wasserkraftwerke passieren, sollen bei diesem Versuch getötet werden. Den Wasserkraftwerken wird hier die Schuld dafür zugeschoben, dass der Aal in europäischen Gewässern als ausgestorben gilt.

Weitere Informationen:

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Fischsterben-stellt-Strategie-zum-Atomausstieg-infrage/story/24558270

 

Fließgeschwindigkeit des Flusses verringert sich

Feste Wasserkraftwerke sorgen dafür, dass die Fließgeschwindigkeit des Flusses verringert wird. Fische, Vögel und Insekten, die aber eben an diese Fließgeschwindigkeiten angepasst sind, verlieren damit ihre Lebensgrundlage. Weiterhin ist es auch so, dass der Transport der sogenannten Sedimente verringert wird.

Weitere Informationen:

http://www.naju-wiki.de/index.php/Wasserkraft

 

Methanproduktion durch Wasserkraftwerke

Ein weiteres Argument gegen Wasserkraft betrifft die Produktion von Methan. Wasserkraftwerke erzeugen viel Methan, das um einiges schädlicher für das Klima ist als Kohlendioxid. Der Grund für diese Produktion ist in dem Laub zu finden, das durch die Flüsse mitgeführt wird. Das Laub lagert sich dann an den Staustufen ab, und anschließend verrottet es dort. Dadurch entsteht das Methan. Hier geht es nur um Lauf, das schon beträchtliche Mengen an Methan produziert. Dann kann man sich sicherlich vorstellen, welche Mengen an Methan produziert werden, wenn neue Staudämme durch Überflutungen erzeugt werden. Diese bedecken dann reichlich organisches Material, das dann mehr Methan produzieren wird als das Laub hierzulande.

Weitere Informationen:

http://www.deutschlandradiokultur.de/extrem-klimafeindliche-methan-schleuder.1067.de.html?dram:article_id=175719

 

Umsiedlungen in unterschiedlichen Gebieten notwendig

Während hierzulande kein Dorf einem Wasserkraftwerk weichen muss, sieht dies in anderen Teilen der Welt ganz anders aus. Dort werden kurzerhand einmal ganze Dörfer umgesiedelt, was den betroffenen Personen ihre Heimat nimmt.

Weitere Informationen:

http://www.sueddeutsche.de/panorama/drei-schluchten-damm-millionen-menschen-muessen-umsiedeln-1.344584


 

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