Mord an Berta Cáceres – Voith stoppt Pläne

Der Hersteller Voith ist ein bekannter Ausrüster von großen Wasserkraftwerken. Oft steht das Unternehmen dadurch auch im Kreuzfeuer von Umweltschützern, da oft bei solchen Projekten nicht viel Wert gelegt wird auf den Umweltschutz. Jetzt reagiert Voith auf die Proteste von Greenpeace Aktivisten.

Wichtige Punkte

Chronik:

10.05.2016 – Mord an Aktivistin Berta Cáceres

17.05.2016 – Wende bei Voith – Turbinenlieferung wird eingestellt

21.06.2016 – Wasserkraftwerk Belo Monte in Betrieb genommen

 

Der Konzern bekräftigte, dass man definitiv zur Wasserkraft stehe, und dass man auch Projekte am Amazonas nicht nur für richtig, sondern auch für nötig halte. Die Aktivisten von Greenpeace setzten bei ihrem Protest auf die beste Möglichkeit, um Aufmerksamkeit zu gewinnen, also Bilder. Eine Ureinwohnerin im Dschungel mit dem typischen Bastrock gekleidet und dem obligatorischen Haarschmuck zeigt ein Schild auf dem steht: „Voith, zerstöre meine Heimat nicht“. Schön groß wurden diese Bilder gestaltet, so dass sie ihre Wirkung auch nicht verfehlen können. Interessanterweise setzte man einen Tag zuvor dieselben Bilder bei Siemens ein, allerdings mit ausgetauschtem Firmennamen.Diese Protestaktion von Greenpeace wird, wie ähnliche Aktionen auch, vom Chef des Voith-Konzerns, Dr. Hubert Lienhard, akzeptiert, und man könne diese auch aushalten. Allerdings äußert er Kritik an dem Bild, das Greenpeace mit diesen klischeehaften Fotos zeichne. Ureinwohner würden durch die Wasserkraft aus dem Regenwald vertrieben für ein Projekt, das im Grunde niemand brauche.Der Protest von Greenpeace richtet sich allerdings nicht explizit gegen Voith, man sei nicht generell gegen Wasserkraft, und der Konzern mache „sehr interessante innovative Projekte“. Allerdings sagte Jannes Stoppel, Waldexperte von Greenpeace, dass Großprojekte einfach zu kontraproduktiv seien. Mit dem Protest wolle man erreichen, den Konzern davon zu überzeugen, sich nicht mehr beim brasilianischen Projekt für mehr Staudämme am Fluss Tapajós zu engagieren.

Weitere Informationen zur Greenpeace Protestaktion:http://www.swp.de/heidenheim/lokales/kreisheidenheim/Greenpeace-kritisiert-Voith-wegen-Mega-Staudaemmen;art1168195,3785003

Proteste zeigen Wirkung – Verantwortliche vor Ort

Dass der Konzern aber nicht nur auf den Profit bedacht ist und auch durchaus Aufträge ablehnt, hat er bei zwei zweifelhaften Projekten in Honduras und der Türkei in den letzten Jahren auch gezeigt. Somit sind Protestaktionen definitiv nicht von vornherein aussichtslos. Zudem macht man sich bei Voith auch gerne direkt vor Ort ein Bild. In diesem Fall reiste Dr. Roland Münch nach Brasilien als Reaktion auf die Proteste gegen das Projekt Kraftwerk in Belo Monte und brachte auch Bilder mit.

Es ist eine Tatsache, dass durch die geplante Flutung einer Fläche nahe Altamira tausende Menschen umgesiedelt werden müssten, betroffen wären von der Flutung rund 30.000 Menschen. Allerdings ist unberührter Regenwald in der Region gar nicht zu finden. Die Bilder, die übrigens auch im Internet zu finden sind, zeigen Kloaken zwischen auf Stelzen stehenden Hütten, in denen kleine Kinder baden. Wie man sieht, beherrscht auch Voith die Emotionalität der Bilder sehr gut.

Lienhard hält an dem Projekt fest, für ihn ist „Belo Monte ist ein gutes Projekt, das den Aufwand und auch die Umsiedlungen lohnt“.

Quelle: http://www.swp.de/heidenheim/lokales/heidenheim/Reaktion-auf-Protest-An-Wasserkraft-fuehrt-kein-Weg-vorbei;art1168893,3795163

Bild: © Matyas Rehak / Fotolia.com

 

10.05.2016

Mord an Aktivistin Berta Cáceres – Druck auf Siemens und Voith wächst

Wieder einmal verschärft sich die Diskussion um solche Projekte, dieses Mal ist der Auslöser dafür die Ermordung der Aktivistin Berta Cáceres in Honduras. Sie war eine bekannte Menschenrechtsaktivistin, die sich gegen ein Großprojekt engagiert hat, das mit der Beteiligung von Siemens umgesetzt wird.

Anfang März wurde Berta Cáceres, die Vorsitzende der Menschenrechtsorganisation COPINH, in ihrer eigenen Wohnung erschossen. Schon zuvor hatte sie selbst des öfteren erklärt, dass sie Morddrohungen erhielte, zudem sagte sie, dass ihr Name auf einer „Todesliste“ stehen sollte. Seitens der Interamerikanischen Menschenrechtskommission hatte man Cáceres daraufhin Schutzmaßnahmen zugesprochen. Allerdings wurden diese wohl nicht ausreichend umgesetzt, denn seitens der Behörden in Honduras wurde offensichtlich nichts getan, um diesen Angriff zu verhindern.

Staudammprojekt Agua Zarca

Wie berichtet wird, haben wohl im vergangenen Oktober die Drohungen sowohl gegen Cáceres als auch gegen andere COPINH-Mitglieder zugenommen, und zwar im Zusammenhang mit einem Staudammprojekt in Honduras, dem Projekt Agua Zarca. Erst im Juli 2015 waren seitens der Betreiberfirma das Projektes die Arbeiten wieder aufgenommen worden.

Beteiligung von Siemens und Voith Hydro

An diesem umstrittenen Projekt ist auch das deutsche Unternehmen Siemens beteiligt, und zwar über das Joint-Venture Voith Hydro. Im Jahr 2013 konnte das Projekt zunächst gestoppt werden durch die indigene Lenca-Bevölkerung. Sie erreichten dies durch eine friedliche, aber lang andauernde Blockade. Berta Cáceres ist allerdings nicht das einzige COPINH-Mitglied, das im Laufe des gesamten Konflikts um dieses Projekt ihr Leben lassen musste, schon zuvor wurden vier Mitglieder ermordet.

COPINH macht Betreiberfirma und Projektpartner verantwortlich

Seitens der Menschenrechtsorganisation wird nicht nur die Betreiberfirma DESA, sondern auch deren internationale Geldgeber und Projektpartner verantwortlich gemacht für den Mord an Berta Cáceres. Seitens der Mutter der Aktivistin wurde die Einsetzung einer internationalen Untersuchungskommission gefordert.

Quelle: https://amerika21.de/2016/03/146457/mord-caceres-honduras-siemens

 

Erste Festnahmen in Honduras im Mordfall Berta Cáceres

Zwei Tageszeitungen in Honduras berichteten vor kurzem darüber, dass vier Verdächtige festgenommen worden seien in diesem Mordfall. Darunter soll sich auch ein Mitarbeiter der Betreiberfirma DESA befinden. Berta Cáceres ist eine international renommierte Aktivisten, dementsprechend schlugen auch in anderen Ländern die Wellen hoch bei Bekanntwerden ihrer Ermordung. Hierzulande forderten sowohl die Grünen als auch die Linkspartei einen Abbruch der Kontakte zur Führung in Honduras, da vermutet wird, dass diese hinter dem Mord stecken könnte. Diese Forderung wurde zwar abgelehnt, dennoch kündigte Außenminister Steinmeier ein Umdenken an im Bereich des Amtes für Menschenrechtsfragen.

Siemens und Voith wird fahrlässiges Risikomanagement vorgeworfen

Kritik muss sich nicht nur die Bundesregierung anhören, auch bei Siemens und Voith hören die Vorwürfe nicht auf. In einem Dossier schreibt die Oxfam, eine Hilfs- und Entwicklungsorganisation, dass beide Unternehmen eine Mitschuld trügen an den Menschenrechtsverletzungen. Man wirft Siemens und Voith fahrlässiges Risikomanagement im Bereich der Menschenrechte vor. Laut Marita Wiggerthale, der Landesrechtsspezialistin von Oxfam, verhalten sie die Unternehmen „wie Pontius Pilatus, der seine Hände bekanntlich auch in Unschuld waschen wollte“. Dies sagte sie gegenüber der SZ. Zudem betonte sie, dass dies Methode habe.

Berta Zúñiga fordert Stopp von Investitionen

Die Tochter der Aktivistin Berta Cáceres, Berta Zúñiga, war vor kurzem in Berlin zu Gast und führte Gespräche mit Bundestagsabgeordneten, dem Auswärtigen Amt und Journalisten. Dabei forderte sie, dass sowohl Deutschland als auch Europa ihre Investitionen und die Entwicklungshilfe in Honduras stoppen sollen. Zumindest so lange, bis die Menschenrechte dort nicht mehr mit Füßen getreten würden.

Quelle: https://amerika21.de/2016/05/152147/festnahmen-caceres-honduras

 

17.05.2016

Wende bei Voith – Turbinenlieferung von Wasserkraftprojekt wird eingestellt

Drastische Wende im Mordfall der Aktivistin Berta Cáceres – nun stellt das deutsche Unternehmen Voith die Lieferungen der für das Wasserkraftprojekt Agua Zarca vorgesehenen Turbinen ein. Das Unternehmen teilte mit, dass man seinen Kunden Desa, das verantwortliche Unternehmen vor Ort, darüber informiert habe, dass man bis auf Weiteres alle Lieferungen einstellen werden für das Wasserkraftprojekt. Insgesamt sollte Voith mit Siemens über ein Joint Venture sowohl Turbinen als auch Generatoren und zudem noch Automatisierungstechnik liefern im Wert von acht Millionen Euro. Die Entscheidung von Voith traf bei Siemens auf großes Verständnis. Dort wurde die Entscheidung des Herstellers begrüßt, man teilte mit, dass diese Entscheidung nicht nur notwendig sei, sondern auch richtig.

Quelle: http://www.wetter.de/cms/voith-stellt-nach-mord-an-berta-caceres-seine-lieferungen-fuer-wasserkraftprojekt-agua-zarca-ein-2875594.html

Festnahmen wahrscheinlich Grund für Rückzug

Kurz vor der Entscheidung von Voith war es in Honduras in Zusammenhang mit der Ermordung von Berta Cáceres zur Festnahme von vier Tatverdächtigen gekommen. Sie sollen an dem Mord beteiligt sein. Bei einem der Festgenommen soll es sich allerdings um einen Manager von Desa handeln, also genau dieses Unternehmens, welches das Projekt vor Ort durchführt. Zwar wurde dem Unternehmen schon zuvor eine Tatbeteiligung unterstellt, diese wurde aber seitens des Unternehmens immer wieder bestritten.

Nun aber scheinen sich die Vermutungen zu erhärten, dass Desa wirklich etwas mit dem Mordfall zu tun haben könnte. Voith zog nun die Konsequenzen und stellte die Lieferung von Turbinen ein.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/voith-hydro-wasserkraft-projekt-gestoppt-1.2981466

Razzien und Festnahmen nach Mord an Berta Cáceres

Honduras ist wirklich kein sicheres Land, ganz im Gegenteil, es hält einen recht traurigen Rekord, denn ist es das Land mit der höchsten Mordrate auf der ganzen Welt. Sicherlich kein Land, in dem man leben möchte, und bestimmt nicht die beste Gegend für Umweltaktivisten.

Im März hatte man seitens Voith in einer Pressemitteilung erklärt, dass man betroffen sei von dem Mord, und dass man hoffe, dass die Täter gefunden würden. Zu dem Zeitpunkt waren zwar bereits Rufe nach einem Rückzug des Unternehmens aus dem Wasserkraftprojekt Agua Zarca laut geworden, aber seitens des Herstellers war zunächst einmal nichts unternommen worden, auch wenn zu dem Zeitpunkt bereits Gerüchte im Umlauf waren, die über eine Tatbeteiligung von Desa spekulierten. Angesichts der vielen Verbrechen in Honduras erschien es zu dem damaligen Zeitpunkt sehr unwahrscheinlich, dass es jemals zu Festnahmen kommen würde.

Dann aber ging Ende April doch noch ein Ruck durch das Land. Vielleicht lag es daran, dass der Mord an Berta Cáceres international sehr viel Aufmerksamkeit errungen hatte, auf jeden Fall griff der Staat nun doch durch und stellte sich gegen die Korruption im Land, indem sehr viele führende Polizeichefs ihres Amtes enthoben wurden. Danach erfolgten die vier Festnahmen. Die Nachricht, dass sich darunter nicht nur ein Mitarbeiter von Desa befinden soll, sondern auch ein Militär, der laut dem „Guardian“ ebenfalls Angestellter von Desa im Sicherheitsbereich sein sollte, sorgte für erneute Kritik an Voith. Dies war dann der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, der Turbinenhersteller stellte die Lieferung der Geräte ein. Dies scheint allerdings nicht endgültig zu sein.

Eventuell Wiederaufnahme der Turbinen-Lieferung?

Man habe Desa aufgefordert, nun mit den zuständigen Behörden zu kooperieren, und somit zu einer schnellen Klärung beizutragen. Voith erklärte aber auch weiter, dass es von den Ergebnissen der laufenden Ermittlungen und auch vom weiteren Verlauf der Angelegenheit abhinge, ob man die Lieferungen überhaupt wieder aufnehmen könne.

Voith – nicht der erste Ausstieg aus zweifelhaften Projekten

Es ist durchaus möglich, dass sich Voith wirklich komplett aus dem Projekt zurückzieht und keine Turbinen mehr liefern wird. Der Konzern hat bereits zuvor gezeigt, dass er sich nicht scheut, bei entsprechenden Voraussetzungen diesen Schritt zu gehen. Allerdings wird ein solcher Rückzug in diesem Fall kein zu großer Verlust sein für das Unternehmen, da es sich hier lediglich um ein Volumen von acht Millionen Euro handelt. In dieser Branche ist das kein Verlust, der nicht zu kompensieren wäre. Bisher hat Voith noch nicht mitgeteilt, wann es zu einer endgültigen Entscheidung bezüglich der Lieferung von Turbinen nach Honduras kommen wird.

Quelle: http://www.swp.de/heidenheim/lokales/heidenheim/Nach-Mord-an-Aktivistin-Voith-stoppt-Geschaeft-in-Honduras;art1168893,3820423

 

21.06.2016

Wasserkraftwerk Belo Monte doch in Betrieb genommen

Viele Jahre lang hat es nun Proteste am Amazonas gegeben gegen den Staudamm Belo Monte in der brasilianischen Region des Amazonas. Aber alle Proteste scheinen überhaupt keine Wirkung gezeigt zu haben, denn der Staudamm wurde nun doch in Betrieb genommen.

Proteste erfolglos – Wasserkraftwerk Belo Monte in Betrieb

Man kann den Gegnern des Staudamms Belo Monte wirklich nicht vorwerfen, dass sie sich zu wenig eingesetzt haben. Sie haben ganze Straßen besetzt, und auch immer wieder neue Umwelt-Studien präsentieren können. Sie haben es sogar geschafft, dass das Projekt immer wieder gestoppt werden musste. Aber letztendlich hat dieser Einsatz nichts gebracht, am 5. Mai 2016 wurde das Wasserkraftwerk von Dilma Rousseff, der damaligen Präsidentin, in Betrieb genommen. Dies war eine ihrer letzten Amtshandlungen, denn mittlerweile ist sie abgesetzt worden.

Sechs Jahre hat der Bau des drittgrößten Stauwerks der ganzen Welt gedauert. Es ist ein absolutes Vorzeigeprojekt der brasilianischen Regierung, das die mittlerweile suspendierte Präsidentin schnell noch durchgesetzt hat. Die erheblichen Folgen, die dieses Projekt für die Umwelt hat, scheinen sowohl Rousseff als auch der Regierung des Landes vollkommen egal zu sein, denn es gibt schon ein weiteres Megaprojekt, das sich bereits in der Planung befindet.

Brasilianische Regierung sieht nur Vorteile des Projekts

In der Regierung ist man der Meinung, dass man mit Belo Monte die Umweltverschmutzung vermeide, und zwar nicht nur im Amazonasgebiet und der Region Pará, sondern gleich in ganz Brasilien. Die 24 Turbinen sollen demnach garantieren, dass ausreichend Energie für das Wachstum des Landes zur Verfügung steht, sobald sie alle in Betrieb sind. Im Jahr 2019 solle die volle Auslastung erreicht werden, und dann werde das Wasserkraftwerk mehr als 11.200 Megawatt Strom produzieren. Damit sollen die 60 Millionen Menschen, die in den 17 Bundesstaaten leben, versorgt werden. Insgesamt hat dieses Projekt nun etwa 6,3 Milliarden Euro verschlungen, weitaus mehr, als zuvor dafür vorgesehen war. Auch Siemens war an diesem Projekt beteiligt.

Katastrophe für das Ökosystem des Amazonas

Während die Regierung nur Vorteile sieht, weisen Gegner des Projekts immer wieder auf die Auswirkungen auf das Ökosystem des Amazonas hin, das sehr sensibel ist. Dazu sagte Padre Edilberto Sena, dass er in diesem Projekt eine Katastrophe sehe für das Ökosystem. In einer umfassenden Studie hätten 40 Spezialisten gezeigt, dass dieses Projekt einen großen Schaden anrichte. Allerdings sei die Regierung darüber einfach hinweggegangen, so Sena. Weiterhin führte er aus, dass der Xingu kaum Wasser führe während der Trockenzeit, und somit könne nur viel weniger Energie produziert werden. Man habe Milliarden ausgegeben für ein Projekt, das nicht einmal vom wirtschaftlichen her Sinn mache. Es bezeichnet dies als eine „Gaunerei der Politiker“.

Neue Pläne der Regierung liegen noch nicht vor

Wasserkraft ist ein wichtiges Thema in Brasilien, denn das Land bezieht rund 70 Prozent des gesamten Stroms aus dieser Quelle. Dennoch werden die Zeiten für die Megaprojekte in der Region des Amazonas immer schwieriger. Bisher fielen diesen Projekten nicht nur Tausende Hektar Wald zum Opfer, die ganz einfach gerodet wurden, auch Menschen sind betroffen. Sie wurden kurzerhand einfach umgesiedelt. Auch die Flüsse wurden in Mitleidenschaft gezogen, da sie stark verschmutzt wurden. Zudem ist Belo Monte auch noch Teil der Ermittlungen in einem sehr aktuellen Korruptionsskandal. Außerdem warten auch die Bewohner der Stadt Almira, die an das Gebiet angrenzt, noch immer darauf, dass die gemachten Versprechen nun auch gehalten werden. Bis jetzt wurde weder die Kanalisation fertiggestellt, noch hat das neue Krankenhaus seinen Betrieb aufgenommen.

Marilene Ramos von der Umweltbehörde IBAMA sagt, dass sich die Verantwortlichen taub stellten. Laut Vertrag sei es so, dass das Betreiberkonsortium Norte Energie die Infrastruktur stellen müsse. Das Konsortium aber schiebe die Verantwortung lieber auf die Stadtregierung, die aber nicht die erforderlichen Mittel habe. Dementsprechend fließe alles in den Stausee mit dem Resultat, dass dieser immer mehr verschmutze.

Nächstes Projekt am Tapajós Fluss geplant

Und damit hören die Baupläne der Regierung offensichtlich nicht auf. 400 Kilometer weiter westlich finden mittlerweile bereits Krisentreffen statt. Am Tapajós Fluss gibt es wunderschöne Sandstrände und kristallklares Wasser. Direkt dahinter beginnt der dichte Urwald. Der Tapajós Fluss ist einer der letzten unberührten Zuflüsse, die der Amazonas noch hat. Gleichzeitig bietet diese Region etwa 11.000 Menschen vom Volk der Munduruku ein Zuhause. Und genau hier soll der Ort sein, an dem das nächste Megaprojekt der Regierung entstehen soll. Hier wird geplant, eine riesiges Stausystem zu erbauen, das aus insgesamt 40 Kraftwerken bestehen soll. Natürlich wollen sich die Munduruku dies nicht gefallen lassen. Sie argumentieren, dass sie alles verlieren werden, sollte der Fluss aufgestaut werden, dazu gehören die Fisch- und Jagdgründe. Sie wollen keinen toten Fluss, da dieser sie ernähre. Ob die Proteste der Munduruku Erfolg haben werden, das scheint momentan recht unwahrscheinlich wenn man sich ansieht, welche Proteste es um Belo Monte gegeben hat, und das Projekt wurde dennoch in Betrieb genommen. Allerdings gibt es vielleicht doch noch Hoffnung, denn von der momentanen Interimsregierung gibt es bisher noch kein Statement dazu, wie die weiteren Pläne bezüglich der Wasserkraft am Amazonas aussieht. Bleibt zu hoffen, dass die neuen Pläne endlich einmal die Umwelt und vor allen Dingen die dort lebenden Menschen mit einbeziehen.

Quelle: http://www.deutschlandfunk.de/wasserkraft-am-amazonas-kritik-an-brasilianischen.1773.de.html?dram:article_id=357442

 


Viel diskutiert – Meinungen kommen aus allen Richtungen

Es gibt wohl nur sehr wenige Projekte, die so viel Anlass für Diskussionen und Meinungen geben wie solche Projekte, bei denen an der Natur einschneidende Maßnahmen vorgenommen werden, seien sie nun notwendig und durchaus vorteilhaft für die Umgebung und die Bewohner, oder sei es nur des Profits wegen. Während die einen den Bau und die damit verbundenen Vorteile befürworten, sträuben sich andere vehement dagegen.

Von herzzerreißenden Geschichten über Bewohner, die sehr hart von den Plänen getroffen werden, selbstverständlich mit gleichzeitigen Aufrufen zum Spenden, bis hin zu raffinierten Werbevideos, die ebenfalls mit den Emotionen der Zuschauer spielen, ist alles dabei. Einige sagen sogar den Zusammenbruch der brasilianischen Wirtschaft voraus und geben den Wasserkraft-Projekten die Schuld. Und diese Diskussion findet mittlerweile seit vielen Jahren statt, ohne ein eindeutiges Ergebnis. Hier einmal ein paar Beispiele für Pro und Contra Wasserkraft in Brasilien:

Anhand der vielen Kommentare zu den entsprechenden Videos kann man schnell erkennen, wie kontrovers die Meinungen zum Thema sind.

 

Auch in den sozialen Netzwerken gibt es ausreichend Material und Meinungen zum Thema:

 

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Schon vor einiger Zeit berichteten wir über den Stopp von Wasserkraft Projekten, hier noch einmal der Beitrag, da er so gut zum Thema passt:

 

Drei Schluchten Staudamm ChinaVergangene Woche, am Weltwassertag (22.03.), beklagten viele Umweltschützer die enormen Belastungen für Mensch un Natur durch den Bau von Wasserkraftanlagen. Man warnte eindrücklich vor dem Bau vieler Großstaudämme, die rund um den Globus geplant sind.

In Europa: Euronatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer kritisierte, das im Balkan über 2000 Wasserkraftwerke gebaut werden sollen, dabei handelt es sich u.a. auch um die „Zerstörung“ der letzten frei fließenden Wildflüsse in Europa (Vjosa Albanien Google Maps)!

In Brasilien: Hier plane man eine gewaltige, 7,6 Km lange, Hauptstaumauer und ein dutzend weiterer Dämme. Das ergibt die dreifache Größe des Drei-Schluchten-Staudamms von China! Millionen Menschen musten umgesiedelt werden, um das Projekt durchzuführen!

  In Brasilien sieht man das Problem mehr in den ökologischen Ansätzen, denn das Projekt ist mitten im Amazonas-Regenwald geplant! Dies führe zu schwerwiegende Konsequenzen auf das allen hiesigen Lebens, so der Amazonas-Coordinator von Greenpeace.

Seit Jahren werden die Errichtungen von Großstaudämmen kritisiert. Man siedelt einfach tausende, wenn nicht sogar millionen Menschen um und führe schwere Eingriffe in die Natur aus.

Problemlösungsansätze

Um schwerwiegende Eingriffe zu vermeiden oder besser zu kontrollieren, fordern Kritiker:

  • Schärfere Standards bei Errichtung und Betrieb von Wasserkraftwerken
  • Soziale Faktoren viel stärker Berücksichtigen
  • Ökologische Faktoren stärker einbeziehen

Quelle: http://www.klimaretter.info/protest/nachricht/20898-umweltverbaende-fordern-stopp-von-wasserkraft-projekten

Foto: Christoph Filnköß

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