Vergleich der Energiewende in Deutschland mit der Energiewende in Schweden

Energiewende - Deutschland ist doch nicht der Vorreiter. Schweden liegt weit vorne.

Energiewende – Deutschland ist doch nicht der Vorreiter. Schweden liegt weit vorne.

Energiewende – das ist ein Wort, das mittlerweile schon bald zur Mode geworden ist. Das ist aber auch gut so, schließlich wollen die meisten Menschen sauberen Strom aus erneuerbaren Energien. Und viele Länder machen bisher auch sehr gute Fortschritte. Auch Deutschland hat sich die Energiewende auf die Fahnen geschrieben. Allerdings ist man nicht der Vorreiter, der man gerne sein möchte, denn die Schweden liegen hier eindeutig vor den Deutschen.
 
 

Ausschließlich regenerative Energien – Schweden hat ein klares Ziel

Schweden hat sich im Sommer diesen Jahres ein ganz eindeutiges Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2040 will das Land seine Stromerzeugung komplett umgestellt haben auf erneuerbare Energien. Und bisher sieht es so aus, als ob der Kurs der Schweden goldrichtig ist. Dies konnte jetzt durch die Strommarkt-Aufsicht in Schweden festgestellt werden. Schweden setzt dabei vor allen Dingen auf den Ausbau der Windenergie. Durch die recht dünne Besiedlung im Land, das zehn Millionen Einwohner zählt, ist es möglich, viele gute Standorte für neue Projekte der Windenergie zu finden.

Wasserkraft – bisher der wichtigste Energieträger

Insgesamt werden in Schweden etwa 170 Mrd. kWh an Strom erzeugt. Davon stammen bereits jetzt rund 60 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Die Wasserkraft ist hier die erneuerbare Energie, die an erster Stelle steht in dem skandinavischen Land. Sie konnte im Jahr 2015 rund 75 Mrd. kWh erzeugen, hat somit einen Anteil von 44 Prozent an der Gesamterzeugung. Trotz dieser vielversprechenden Zahl plant Schweden keine neuen Wasserkraftwerke. Das bedeutet aber nicht, dass Windenergie die Wasserkraft ablösen soll. Stattdessen ist geplant, den Ertrag, den die bestehenden Wasserkraftwerke bringen, zu erhöhen.

Windenergie hängt hinterher

Die Windenergie hängt bei der Stromerzeugung eindeutig hinterher. Zwar ist der Anteil gestiegen in den letzten Jahren auf rund 17 Mrd. kWh im vergangenen Jahr, dennoch entspricht dies gerade einmal etwa zehn Prozent der gesamten Stromerzeugung des Landes. Die Windenergieanlagen, die zur Zeit in Schweden installiert sind, erreichen eine Gesamtleistung von etwa 6.030 Megawatt.

Quelle: http://www.iwr.de/news.php?id=32403


Deutschland ist auf gutem Kurs – aber andere sind weiter

Wenn man nach dem Bericht der Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie geht, liegt Deutschland genau auf Zielkurs wenn es um die Energiewende geht. Im Jahr 2013 stammte jedoch gerade einmal ein Viertel des Stroms aus erneuerbaren Energien. Bis zum Jahr 2025 sollen es rund 40 bis 45 Prozent sein. Wenn man einmal bedenkt, dass Schweden diese Zahl schon vor Jahren überschritten hat, ist dies nicht gerade ein gutes Zeichen für die Energiewende. Deutschland ist also nicht der große Vorreiter, als den wir uns immer so gerne sehen. Allerdings scheint man sich mit den Zahlen nicht ganz einig zu sein, denn die Zahlen, die von der Eurostat veröffentlicht wurden besagen, dass in Deutschland im Jahr 2013 gerade einmal 12,4 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien stammt.

Unter dem EU-Durchschnitt

Dieser Statistik nach ist es also so, dass Deutschland noch ganze 2,6 Prozent fehlen, um den Durchschnitt aus allen EU-Ländern zu erreichen, der bei 15 Prozent liegt. Viele Länder liegen bisher viel näher an ihrem Zielwert, so wie beispielsweise Bulgarien oder auch Estland. Zudem ist es auch so, dass Deutschland den Anteil der erneuerbaren Energie seit dem Jahr 2010 nicht so stark steigern konnte, wie es in der EU gesamt der Fall gewesen ist. Alle 27 Länder konnten zusammen den Anteil um 2,5 Prozentpunkte steigern, in Deutschland waren es nur 2 Prozentpunkte. Im Vergleich dazu gelang Schweden eine Steigerung von fünf Prozentpunkten, in Lettland waren es sogar sieben Prozentpunkte.

Deutschland – doch kein Vorbild?

Deutschland wird sehr gerne als großes Vorbild genannt, wenn es um die Energiewende geht. Aber offensichtlich sind es andere Länder, denen diese Vorbildfunktion eher zustehen würde. Woran liegt es aber, dass die Energiewende hierzulande langsamer voran geht als in anderen Ländern? Dafür gibt es sicherlich viele Gründe, und darüber haben sich auch bereits viele Menschen Gedanken gemacht. In Kommentaren haben sie zum Ausdruck gebracht, was ihrer Meinung nach der Grund dafür ist, dass Deutschland in diesem Bereich hinten ansteht.

Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-03/energiewende-verbrauch-deutschland-europa-vergleich

Meinungen zum schleppenden Fortschritt der Energiewende:

Ein Leser sieht den Grund darin, dass andere Länder wie Schweden oder Österreich über die Möglichkeit verfügen, die Wasserkraft zu nutzen. In Schweden mit 10 Millionen Einwohnern und einer großen Fläche samt Hochgebirge, oder auch in Österreich mit den Alpen stünden viele Möglichkeiten zur Verfügung, um die Wasserkraft effektiv zu nutzen. Deutschland dagegen hätte lediglich Mittelgebirge zur Verfügung, was zu einem begrenzten Potential der Wasserkraft führe.


 

Viele Leser äußern ihren Unmut bezüglich der höheren Strompreise, die durch den Ökostrom entstünden. Ein weiterer Leser wirft allerdings ein, dass die Atomkraft noch teurer wäre, wenn man einmal die Kosten für die Lagerung der Abfälle beispielsweise mit einrechne.


 

Ein Leser wendet ein, dass es auch für Deutschland ein leichtes wäre, den gesamten Strombedarf ebenfalls mit regenerativen Energien zu decken, wenn man ebenso wenig Einwohner hätte wie Schweden, dann würde allein die Wasserkraft ein Viertel des gesamten Energieverbrauchs decken.


 

Deutschland hat es schwerer als andere Länder, da es eines der bevölkerungsreichsten und auch industrieintensivsten Länder innerhalb der EU sei, so ein weiterer Leser. Zudem fielen hierzulande auch die „Geschenke der Geographie“ nicht ganz so üppig aus. Dennoch ist er der Meinung, dass Deutschland schon recht weit vorangekommen sei, wenn man nach diesen Rahmenbedingungen gehe.


 

Ein weiterer Leser ist ebenfalls der Meinung, dass ein Land mit mehr als 80 Millionen Einwohnern und mehr als 40 Millionen Kraftfahrzeugen es sicherlich schwerer hat, den prozentualen Anteil der regenerativen Energien zu steigern als die anderen Länder.

 

Hier noch ein interessantes Video zum Thema Energiewende und deren Fortschritt:

 

 

 

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