Wasserkraft der Rench bleibt ungenutzt

Das Wasserkraftwerk an der Rench wird nicht gebaut. Der Gemeinderat ist enttäuscht über die Entscheidung.

Ein Wasserkraftwerk an der Rench in Ibach bei der Hoferlesmühle- leider bleibt der Traum des Gemeinderats von Oppenau unerfüllt. Das Regierungspräsidium Freiburg entschied sich gegen den Bau dieses Wasserkraftwerks.

 

Umbau der Wehr in der Rench beginnt – aber nicht wie gewünscht

In den Pfingstferien sollte bereits mit den Umbauarbeiten begonnen werden, allerdings nicht so, wie sich das der Gemeinderat von Oppenau vorgestellt hat. Dieser argumentierte bereits Ende vergangenen Jahres, dass im oberen Renchtal die Energiewende auch ganz ohne die Windkraft durchgeführt werden könne, wenn man die Wasserkraft ausbauen würde. Grund für diese Argumentation waren die Windräder, die von der EnBW auf dem Kutschenkopf/Eselskopf geplant wurden.

Topografie spricht für die Wasserkraft

Allein im Jahr 2014 wurden in Oppenau von 14 Wasserkraftanlagen etwa 2.700 MWh Strom produziert und in das öffentliche Netz eingespeist. Angesichts dessen, dass die Privathaushalte in Oppenau rund 5.170 MWh im Jahr benötigen, konnten die Wasserkraftanlagen etwa die Hälfte des erforderlichen Stroms zur Verfügung stellen. Der Gemeinderat führte weiterhin an, dass sich die Topografie der Gemeinde, die Höhenunterschiede aufweist von bis zu 700 Metern, ganz besonders dafür eigne, dass zusätzliche Wasserkraftanlagen installiert würden. Diese könnten vor allen Dingen in Rench und auch in Lierbach entstehen. Zudem sei es im Schwarzwald so, dass schon von jeher das gesamte Landschaftsbild der Region geprägt gewesen sei durch Wassermühlen.

Kein Wasserkraftwerk – Wehr in der Rench wird eingeebnet

Nach der Prüfung zum Einbau eins Kraftwerks in Ibach bei der Hoferlesmühle hat der Eigentümer, das Regierungspräsidium Freiburg entschieden, dass kein Wasserkraftwerk an der Rench gebaut wird, und das trotz einer Fallhöhe von zwei Metern. Wie auch in anderen Gebieten des Schwarzwalds wurde von den Menschen in der Rench an dieser Stelle ein Wehr gebaut, so nutzten sie durch die Stauung die dort vorhandene Wasserkraft. Statt sich dieser Naturkraft weiterhin zu bedienen und ein Wasserkraftwerk zu bauen, entschied das Regierungspräsidium nun, dass das Wehr eingeebnet werden soll. Ziel soll sein, dass die Fische und andere Kleinlebewesen nun wieder ohne Barriere durch die Rench wandern können. Diesen Rückbau lässt sich das Regierungspräsidium ganze 150.000 Euro kosten.

Ausgleichsmaßnahme mit ökologischen Zielen

Der Umbau des Wehrs ist als eine Ausgleichsmaßnahme gedacht für den Ausbau von der L87 in Höhe der Autobahnraststätte Achern, damit verbinde man laut dem Präsidium vordergründig ökologische Ziele. Der Einbau eines Wasserkraftwerks stand trotz der erfolgten Prüfung wohl nie wirklich auf dem Plan. Das Regierungspräsidium teilte gegenüber der ARZ auf Anfrage mit, dass geprüft wurde, ob eine Wasserkraftanlage weiterhin möglich sei, dies sei aber abgelehnt worden, unter anderem aus ökologischen Gründen. Weiterhin teilte das Regierungspräsidium mit, da die Anlage der Hoferlesmühle Eigentum des Landes sei, habe man den Betrieb der Anlage aufgegeben, zudem seien die Wasserrechte gelöscht worden. Seitens des Landesbetriebs Gewässer mit Sitz in Freiburg würden keine Wasserkraftanlagen betrieben, allerdings würde gerade eine Potenzialanalyse erstellt für die wichtigen Gewässer in der Region.

Kein Potenzial mehr für kleine Wasserkraftwerke

Die Umweltverträglichkeit von kleineren Kraftwerken wird immer wieder diskutiert. Seitens des Geschäftsführers des Landesfischereiverbands, Reinhart Sosat, der auch gleichzeitig noch der Vorstand des Landesnaturschutzverbands ist, wurde kürzlich erst in der Mittelbadischen Presse ausdrücklich betont, dass neue kleine Wasserkraftwerke nur in ganz wenigen Fällen verträglich für die Umwelt seien. Das Potenzial im Land sei nun mit 1.500 kleineren Wasserkraftwerken ausgeschöpft, so Sosat.

Größeres Wasserkraftwerk in der Rench

In der Rench gibt es seit dem Jahr 2012 bereits ein größeres Wasserkraftwerk, die „Rosensäge“ in Ramsbach. Dieses Wasserkraftwerk liefert zur Zeit den Strom, den rund 300 Haushalte benötigen.

Quelle: http://www.bo.de/lokales/achern-oberkirch/wasserkraft-der-rench-bleibt-ungenutzt

 

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