Wasserkraft und der Lobbyismus in Österreich

Der Stausee Kaprun – Teil der Kraftwerks Kaprun, einer Gruppe von Wasserkraftwerken der Gemeinde Kaprun im Bundesland Salzburg. Nutzung der Wasserkraft in Österreich für die umweltfreundliche Energieerzeugung.

Der Stausee Kaprun – Teil der Kraftwerks Kaprun, einer Gruppe von Wasserkraftwerken der Gemeinde Kaprun im Bundesland Salzburg. Nutzung der Wasserkraft in Österreich für die umweltfreundliche Energieerzeugung.

Österreich als Modellstaat für die Umwelt – Bundeskanzler Christian Kern hat große Pläne. Diese Pläne beinhalten einen revolutionären Umbau des österreichischen Energiesystems. Bis zum Jahre 2030 sollen demnach 40 Milliarden Euro in die erneuerbaren Energien fließen, um somit die Energieeffizienz zu verbessern.

 

 

 

 

Bundeskanzler Kern will Energiesysteme umbauen

Wenn es nach dem österreichischen Bundeskanzler Kern geht, soll aus Österreich schon bald ein Umwelt-Modellstaat werden, der international geachtet wird. Gerade erst erhob er in einer Grundsatzrede die umfassende Ökologisierung Österreichs zu einem seiner großen Ziele. In Wels sagt Kern, dass man plane, die Energiesysteme des Landes in revolutionärer Art und Weise umzubauen. Ganze 40 Milliarden Euro Privatinvestitionen sollen bis zum Jahre 2030 in die Wasserkraft, die Windkraft, die Photovoltaik und auch die Energieeffizienz fließen. Auch eine Erneuerung der bestehenden Netze ist vorgesehen.

 

Bisherige staatliche Förderung eher ineffizient

Er sprach in seiner Rede aus, was viele längst festgestellt hatten, dass die bisherige Förderung seitens des Staates bezüglich der Energiewende denkbar ineffizient sei. Kern sagte, dass man nicht die besten, saubersten und effizientesten Methoden fördere, sondern eher die Technologie, die über die beste Lobby verfüge. Dieses Problem ist auch in Deutschland nicht unbekannt. Gerade die Wasserkraft hat hier sehr darunter zu leiden, dass sie nicht ausreichend von Lobbyisten unterstützt wird. In einem Interview erläuterte Hans-Peter Lang, der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Wasserkraftwerke e.V., wie schwer es die Wasserkraft in Deutschland aufgrund der fehlenden Lobby hat. Das Interview kann unter http://www.walcher.com/de/aktuelles/interview-wasserkraft-mit-hans-peter-lang.html nachgelesen werden.

Neue Arbeitsplätze sollen geschaffen werden

Kanzler Kern geht davon aus, dass die Ökologisierung der Wirtschaft Österreichs bereits 40.000 Arbeitsplätze schaffen könne. Schon bis zum Jahr 2020 sollen laut Kern etwa 200.000 neue Jobs entstehen. Sowohl die Entlastung von kleineren Unternehmen, als auch eine radikale Entbürokratisierung sollen bei diesem Vorhaben behilflich sein. Auch mehr Steuergerechtigkeit sieht sein Plan vor. Das langfristige Ziel des Kanzlers im Bereich Arbeitsplätze ist absolut klar, die Vollbeschäftigung.

Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-01/erneuerbare-energien-oesterreich-umbau-christian-kern-umweltschutz

 


 

Meinungen zu den Plänen des österreichischen Bundeskanzlers

Die Bevölkerung Österreichs scheint diese Pläne des Bundeskanzlers sehr positiv aufzunehmen. Viele Kommentare zu diesem Bericht heben hervor, wie stark das Land vom Wintertourismus abhängig ist, der aber in den letzten Jahren stagniert, da Wintersport unter einer Höhe von 1.000 Metern nur noch eingeschränkt möglich sei. Daher habe Österreich ein berechtigtes Interesse daran, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. Allerdings sind sich die meisten Kommentatoren auch darüber klar, dass Österreich allein nicht viel ausrichten kann, und dass andere Länder mitziehen müssen. Auch dass sich innerhalb einer kurzen Zeit nicht viel ändern wird, ist den meisten vollkommen klar. Dennoch sehen viele diese Pläne als ein Schritt in die richtige Richtung. Der Kanzler habe die Zeichen der Zeit erkannt heißt es.


 

Etliche Leser bescheinigen ihm gute Visionen, bezweifeln aber, dass er diese auch wie geplant umsetzen kann, da er sich nicht in einer Alleinregierung befinde. Da die ÖVP seit vielen Jahrzehnten nicht nur an der Macht, sondern auch noch den genannten Lobbyisten hörig sei, sehen viele dieses Problem der Umsetzung der ehrgeizigen Pläne des Kanzlers.


 

Ein Leser ist der Meinung, dass sich dieser mittelfristige Plan für eine zukunftsfähige Technik sehr vernünftig anhöre. Solch ein Plan wäre auch etwas für Deutschland seiner Meinung nach. Er sieht die sauberen Technologien als Zukunftsmarkt an, der sehr schnell wächst, und Österreich scheine hier die passenden Rahmenbedingungen zu planen, was in Deutschland eher nicht der Fall sei.


Eine nicht so positive Meinung hat ein Leser der befürchtet, dass sich Österreich nun auf Strompreise gefasst machen muss, die doppelt und dreifach so hoch sind wie jetzt. Er sieht darin ein reines Projekt für Eliten deren Ziel es ist, sich gegenseitig zu gefallen.


 

In einem weiteren Kommentar werden die Pläne als lobenswerte Idee bezeichnet, die aber nur schwer umsetzbar sei. In Österreich fehle es an konstantem Wind, somit bleibe letztendlich lediglich der Bau von neuen Stauseen übrig.


 

Lächerlich findet ein weiterer Leser die Pläne, er geht davon aus, dass die Kanzlerschaft von Kern nicht lang genug sei, um diese „unsinnigen und hochtrabenden“ Pläne umzusetzen.


 

Ein Leser machte sich wieder Gedanken darum, dass es zwar schön sei, dass man die Alpen nun mit Solaranlagen und Windkrafträdern versorge, aber woher solle dann der Strom nachts in einem Januar kommen, wenn es windstill sei. Dies ist ein immer wieder auftretendes Argument, das von einem anderen Leser auch gleich entkräftet wurde. Er erklärte, dass die Wasserkraft aus den Speicherseen dann übernehmen würden. Diese würden dann gefüllt, wenn es ein Überangebot gebe an Wind und Sonne.


 

Ein Kommentator fand, dass ihm der Teil der Rede mit den Lobbyisten sehr wohl bekannt vorkäme. Er meinte, dass die Deutschen sich vielleicht Österreich demnächst als Beispiel nehmen könnten, wie man die Energiewende schaffe.

Fazit:

Generell sind die meisten Kommentare zu diesem Bericht recht positiv, die meisten freuen sich über einen Kanzler, der die Zeichen der Zeit gerade im Punkt Lobbyisten erkannt hat, und dagegen etwas unternehmen will, um möglichst schnell eine gute Energiewende zu schaffen. Zweifler gibt es immer wieder, aber Kern scheint den meisten Bürgern Österreichs aus der Seele gesprochen zu haben. Vielleicht wirklich auch etwas, das sich Deutschland von Österreich abschauen könnte. Wünschenswert wäre es auf jeden Fall, wenn wirklich die effizientesten Technologien gefördert würden, und nicht die, die eine bessere Lobby aufweisen.

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