Wasserkraftwerke in Deutschland – Potential wird nicht ausgeschöpft

Das Rheinkraftwerk Iffezheim ist das größte Laufkraftwerk Deutschlands und versorgt rund 250.000 Haushalte mit Strom. Im Jahr 2013 ging die fünfte Turbine in den Betrieb.

Das Rheinkraftwerk Iffezheim ist das größte Laufkraftwerk Deutschlands und versorgt rund 250.000 Haushalte mit Strom. Im Jahr 2013 ging die fünfte Turbine in den Betrieb.

Das große Potenzial der Wasserkraft wird in Deutschland nicht ausreichend genutzt. Die Wasserkraft verfügt unter den erneuerbaren Energien in Europa über einen Anteil von 35 Prozent und ist unter den regenerativen Energiequellen die wichtigste. Dennoch kommt sie in Deutschland lediglich auf einen geringen Anteil in Höhe von 3,6 Prozent beim Stromverbrauch. Dabei ist hier weitaus mehr Potenzial vorhanden, das nicht genutzt wird.
 
 
 

Wasserkraft-Potenzial wird nicht genutzt

Weltweit kommt der Wasserkraft eine sehr große Bedeutung zu. Sie macht etwa 80 Prozent der global erzeugten erneuerbaren Energien aus. Im Jahre 2009 konnten bereits mehr als 35 Länder mehr als die Hälfte ihres gesamten Strombedarfs mit dieser Energiequelle decken. Allerdings werden mehr als 85 Prozent der Dämme auf der Welt, die bereits vorhanden sind, gar nicht genutzt für die Stromerzeugung aus Wasserkraft.

Unterschiedlicher Stellenwert der Wasserkraft innerhalb Europa

Ein Anteil von 35 Prozent bei den erneuerbaren Energien – damit ist Wasserkraft in Europa die wichtigste erneuerbare Energiequelle. Dennoch ist es so, dass jedes Land den Stellenwert der Wasserkraft anders einstuft, und somit fallen auch die Förderungen dieser wichtigen regenerativen Energie immer anders aus. Der Anteil der Wasserkraft in Deutschland liegt zum Beispiel bei gerade einmal 3,6 Prozent, während in Norwegen zwischen 85 und 115 Prozent des gesamten Strombedarfs durch die Wasserkraft gedeckt werden kann. Hier gibt es sogar die Möglichkeit, den überschüssigen Strom einfach zu exportieren. Experten sind der Meinung, dass sich das Potential der Wasserkraft innerhalb von Deutschland gar nicht richtig entfalten kann. Dies kam bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid heraus. 63 Prozent der Experten, die befragt wurden, sind auch der Meinung, dass die Wasserkraft durch die Politik hierzulande nicht richtig gefördert wird.

Viele Staudämme – wenige Wasserkraftanlagen

In Deutschland gibt es etwa 50.000 Staudämme, allerdings wurden bisher nur 7.000 dieser Staudämme mit Wasserkraftanlagen ausgerüstet. Durch den Einsatz von Kompaktturbinen ist es möglich, für die Stromerzeugung Dämme und Wehre zu nutzen, die bereits existieren. Eine wichtige Leistungsverbesserung kann auch erreicht werden, wenn bereits bestehende Wasserkraftwerke modernisiert werden.

Modernste Technologien und Einsatz von Energiespeichern

Heike Bergmann, Mitglied der Geschäftsführung von Voith Hydro Deutschland, ist der Meinung, dass die Wasserkraftpotentiale in Deutschland noch bei weitem nicht ausgeschöpft seien. Für eine zukunftsorientierte Nutzung sei nicht nur der Einsatz der modernsten Technologien notwendig, sondern auch ein koordinierter und länderübergreifender Einsatz von Energiespeichern. So soll das europäische Stromnetz stabilisiert werden. Mit Hilfe von Pumpspeicherkraftwerken sei es möglich, die Schwankungen im Stromnetz auszugleichen, die durch den verstärkten Einsatz von Solar- und Windkraft entstehen. Diese Pumpspeicherkraftwerke ermöglichen, dass überschüssige Energie gespeichert werden kann. Daraus resultiert wiederum, dass Wind- und Sonnenenergie optimal genutzt werden können. Ein weiterer Vorteil: Pumpspeicherkraftwerke verfügen über die sogenannte Schwarz-Start-Fähigkeit. Dies bedeutet, dass sie im Falle eines Blackouts auch ganz kurzfristig wieder Strom zur Verfügung stellen können zum Anfahren oder auch Stabilisieren des Stromnetzes. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Wirkungsgrad der modernen Wasserkraft sehr hoch ist und bei 90 Prozent liegt.

Quelle: http://www.energiezukunft.eu/wasser/wasserkraft/wasserkraft-potenzial-nicht-ausgeschoepft-gn102995/


Wasserkraft – neue Technologien auf dem Vormarsch

Immer wieder wird seitens der Umweltschützer gegen die Wasserkraft protestiert, weil mit ihr auch oft Eingriffe in die Natur einhergehen. Auch der Schutz der Fische liegt den Umweltschützern am Herzen. Selbstverständlich bleibt auch die Wasserkraft nicht in der Vergangenheit stehen, natürlich wird hier sehr viel geforscht, um die Anlagen sicherer und effizienter zu machen. Aber auch ganz neue Technologien entstehen auf den Reißbrettern der Ingenieure der Wasserkraft.

Gravitationswasserwirbelkraftanlage

So wie beispielsweise die Gravitationswasserwirbelkraftanlage, die am Mühlbach im österreichischen Ober-Grafendorf steht. Diese kleine Anlage, die sich in einem kleinen Gelände befindet, nimmt nur wenig Platz ein, produzierte bisher aber im besten Jahr rund 65.000 kWh Strom. Das Rotationsbecken ist gerade einmal 6 Meter im Durchmesser. Rechts strömt hier Wasser ein, und am Grund läuft es dann wieder in der Mitte ab durch einen permanenten Wasserwirbel. Eine Fallhöhe von rund 1,5m ist hier ausreichend. Eine Turbine, die dafür eigens optimiert wurde, arbeitet im Wasserwirbel. Eine neue Technik, die sicherlich sehr interessant ist.

Quelle: http://www.energieleben.at/wasserkraft-schonend-nutzen/

Very-Low-Head-Turbinen im Allgäu

Im Allgäu wurde im Frühjahr eine neue Art Turbinen in Betrieb genommen. Dieser neue Turbinentyp soll neue Standards setzen bei der Wirtschaftlichkeit, aber auch bei der Fischverträglichkeit. Diese sogenannten Very-Low-Head-Turbinen, kurz VLH, liefern schon seit Beginn dieses Jahres Strom, jede der zwei Turbinen bringt eine Leistung von 450 kW. Ziel war es, eine bereits bestehende Staustufe, die eine niedrige Fallhöhe aufweist, wirtschaftlich nutzbar zu machen und Strom aus Wasserkraft zu erzeugen. Gleichzeitig sollte eines der verträglichsten Kraftwerke für Fische gebaut werden. Die Bayerische Umweltministerin Scharf bezeichnete dieses Projekt als Vorzeigeprojekt.

Quelle: http://www.energiespektrum.de/index.cfm?pid=1706&pk=164044#.V_TVPWs2Xao

Wellen- und Gezeitenkraftwerke

Diese Art von Kraftwerken sind zwar nicht mehr ganz neu, aber rücken heute immer weiter in den Fokus. Sie nutzen die Wasserkraft effektiv, ohne große Eingriffe in die Natur.

Quelle: http://www.energie-tipp.de/neue-energie/wasser/3946313

Die Kraft der Wasserstrudel

Eine neue Mini-Turbine nutzt die Kraft des Wassers in Bächen und Flüssen. Dies zeigt eindrucksvoll, dass Turbinen nicht immer riesig sein müssen, um Strom zu erzeugen. Die von Miroslav Sedláček erfundene Turbine funktioniert auch dann, wenn die Fließgeschwindigkeit des Wassers sehr gering ist. Das Prinzip ist einfach, aber sehr effektiv. Hier fließt das Wasser in einen Turbinenschacht, in dem sich ein Rotor befindet. Neben dem Rotor kann Wasser vorbeifließen, dieses verwirbelt dann unter dem Rotor, und durch die dadurch entstehende Verwirbelung wird der Rotor dann in Bewegung gesetzt. Dadurch wird über einen Generator der Strom erzeugt. Die Besonderheit ist hier, dass dieses kleine Mini-Kraftwerk auch bei Fließgeschwindigkeiten von weniger als zwei Liter in einer Sekunde funktioniert. Diese Mini-Turbine hat noch sehr viel Potential.

Quelle: http://www.wiwo.de/technologie/green/tech/wasserkraft-neue-turbine-nutzt-energie-der-kleinen-wasserstrudel/13680256.html

Der Energierotor – Nutzung des Strömungspotentials fließenden Wassers

Eine weitere sehr gute Technik ist der Energierotor. Dieser ist sehr umweltfreundlich, da er seine Energie direkt aus dem fließenden Wasser zieht, und dafür keinerlei Bauwerke benötigt werden, die als störend empfunden werden können. Mit diesem Energierotor können alte Wehranlagen und Mühlen zur Energiegewinnung genutzt werden. Der Energierotor wird allein durch die Fließgeschwindigkeit des Wassers angetrieben. Dadurch zählt er zu den sogenannten Langsamläufern. Der Vorteil ist, dass diese Technik kein zusätzliches Wehr braucht. Zudem muss auch kein Wasser gestaut werden. Auch für die Lebewesen im Wasser ist der Energierotor sehr vorteilhaft, da die Rotorblätter sehr langsam laufen, und Fische problemlos hindurch schwimmen können. Der Energierotor kann sogar komplett im Wasser versenkt werden, dann erinnern nur noch zwei Kabel daran, dass dort Strom erzeugt wird.

Quelle: http://www.h2ofuture.de/energierotor0.html

Absolut neue Technik – der Elastomer-Generator

Ebenfalls eine vielversprechende Technik ist auch der Elastomer-Generator. Dieser nutzt die Strömungsgeschwindigkeit von Flüssen und Bächen zur Stromgewinnung. Herzstück des Generators ist eine Folie, die sich dehnt und zusammenzieht durch die Fließgeschwindigkeit des Wassers. Und daraus entsteht dann Energie. Dieser DEG-Generator kann eine Tagesleistung von etwa 2,4 Kilowattstunden erreichen. Diese Technik wird zur Zeit im Main-Tauber-Kreis getestet, genauer gesagt in der Gemeinde Werbach. Dort wurde in dieser Generator unterhalb des Wasserkraftwerks in Niklashausen eingesetzt. Dieser Praxisversuch soll nun über drei Jahre laufen und zeigen, dass die Grundlasten im Bereich Energie bedient werden können durch eine absolut umweltschonende und umweltneutrale Energiequelle.

Quelle: http://www.main-echo.de/regional/kreis-main-tauber/art4021,3939738

 


Fazit:

Man kann es sehen wie man möchte, um die Wasserkraft als wichtige erneuerbare Energie führt kein Weg herum. Natürlich soll die Natur und das Ökosystem so weit wie möglich geschützt werden, daher arbeiten die Ingenieure an immer neuen Technologien, um das große Potenzial der Wasserkraft zu nutzen, und gleichzeitig das Ökosystem so weit wie möglich zu schonen. Hier wäre es sicherlich wünschenswert, wenn gerade diese Forschung auch etwas mehr unterstützt würde seitens der Politik.

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