Wie die Schweizer Wasserkraft wieder rentabel werden soll

800px-Landscape_summer_lakeNachdem die Alpiq mit dem Vorhaben des Verkaufs von Anteilen Ihres Wasserkraftwerkenportfolios für Schlagzeilen sorgte, ringen mittlerweile sogar viele Politiker um eine neue Strategie für die Zukunft der Wasserkraft.

Als alternative und saubere Energie, ist es nicht Sinn und Zweck die betreibenden Stromkonzerne auf dem Markt untergehen zu lassen. Diese ringen durch die aktuell niedrigen Strompreise und hohen Wasserzinsabgaben an die Bergkantonen, um Ihre Existenz.

Die Zukunft liegt in erneuerbaren Energien und sollte gefördert statt ausgenommen werden.

  Wie geht es nun weiter? Wird die Schweiz in eine saubere Zukunft investieren?  Was für Möglichkeiten und Hürden gibt es und gilt es zu meistern?

1. Möglichkeit Subventionierung von Wasserkraft

Hier warnen Experten der Züricher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW), der Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich) und der Universität St. Gallen sowie der Universität Basel davor: „Mit Subventionen können die strukturellen Probleme nicht behoben werden. Auch hat die Schweiz keinen direkten Einfluss auf die Marktentwicklung in den Nachbarländern.“

Was erwartet uns?

  • Die Strompreise dürften auch nächster Zeit tief bleiben.
  • Die Energiestrategie 2050 wird die Position der Wasserkraft und Ihrer angedachten Rolle nicht Herr werden.

Wo nun also ansetzen?Ist dass das Aus für eine Zukunft mit sauberen Energien wie z.B. der Wasserkraft? Das darf nicht sein, denn genau dies sollte das Ziel aller Länder werden, denn fossile Brennstoffe zur Energieerzeugung gehören unabdingbar bald der Vergangenheit an! Jetzt ist die Zeit zum handeln, noch haben wir etwas Zeit um den Wandel durchzuführen!

2. Wasserzinsen auf dem Prüfstand!  

Die Höhe der Abgaben hängt von der technischen Leistung des Kraftwerks ab, was in keiner Relation zum Gewinn des Konzerns steht. Wasserzinsen sind in den letzten Jahren stark gestiegen und führt zu rote Zahlen bei Konzernen, wie der Fall der Alpiq aktuell zeigt.

Ein möglicher Ansatz wäre:

„Denkbar wäre es, die fixe Vergütung durch eine Kombination einer fixen Abgabe mit einem flexiblen, auf der Gewinnlage basierenden Anteil zu ersetzen.“

Problem wird eine politische Durchsetzung dieser Möglichkeit! Die Bergkantone erhalten bis zu 14% Ihres Haushaltsbudgets nur durch die Wasserzinsabgaben. Es müssen also weitere Ausgleichsmechanismen erarbeitet werden. Denn eines ist Fakt: „Es wird kein Konzern in die Wasserkraft investieren, wenn dieser damit rote Zahlen schreibt!“ Nun führt dies auch zu einem neuen Argumentationspunkt: Weniger Wasserkraft, weniger Wasserzins!

Es bleibt also spannend, da  die Zukunft der regenerativen Energien auf lange Sicht der richtige Weg ist und sein muss! 

Quellen: Wie die Wasserkraft wieder rentabel wird

 


  Weiterführend zum Artikel vom 08.März 2016 „Schweizer Wasserkraft in der Krise“:

Der schweizer Stromkonzern Alpiq will Anteile an Investoren verkaufen. Betroffen sind die Wasserkraftwerke des Portfolios. Es handelt sich hierbei nicht um die Kraftwerke selbst, sondern rein um Anteile am Gesamtpaket. 

Die Mehrheit der Anteile wird der Konzern weiterhin halten, die restlichen (max. 49%) an Investoren verkaufen!

Zu dem Gesamtportfolio gehören:

  • 12 Speicherkraftwerke mit Staumauern
  • 5 Flusskraftwerke
  • 1 Pumpspeicherkraftwerk
  • Kleinkraftwerke

Alpiq Chefin Jasmin Staiblin begründete auf einer Medienkonferenz den verbleib der Mehrheit Anteile im Konzern damit, das Alpiq trotzdem an die Zukunft der Wasserkraft glaube. Da Alpiq keine Endkunden beliefert, sondern selbst Großhändler ist, möchte man mit dem Verkauf auf die Abhängigkeit von Großhandelspreisen reagieren. Nicht zuletzt wurden große Verluste durch den Großhandel eingefahren (über 930 Millionen Franken)

Man betonte, das im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energien, Wasserkraft nicht vom Staat unterstützt wird. Im Gegenteil, man müsste hohe Abgaben wie Wasserzinsen erbringen. Staiblin forderte die Politik auf, das Modell zu ändern.

Man stelle sich Energieversorgungsunternehmen im Endkundenmarkt der Schweiz vor.

Quelle:

 

Wasserkraft – die wichtigste erneuerbare Energiequelle der Schweiz

Es steht außer Frage, dass die Wasserkraft in der Schweiz die wichtigste erneuerbare Energiequelle ist, und das mit großem Abstand. Somit scheint es logisch, dass die Wasserkraft eine große Rolle in der vom Schweizer Bundesrat beschlossenen Energiestrategie 2050 spielen sollte. So ist es für gewöhnlich auch vorgesehen, laut der Strategie ist ein Zubau von Wasserkraft geplant, aber auch an neuen erneuerbaren Energien. Die Schweiz hat die idealen Voraussetzungen für die Nutzung der Wasserkraft, zum einen gibt es eine Vielzahl an Quellen, zum anderen verzeichnet die Schweiz recht hohe Niederschlagsmengen. Die Wasserkraft liefert in der Schweiz etwa 56 Prozent der insgesamt erzeugten Strommenge. Bei solchen Zahlen sollte man eigentlich davon ausgehen, dass es dem Bundesrat ein Anliegen ist, dass die Wasserkraftwerke möglichst gut behandelt werden, um die Produktion, die ja ein wichtiger Teil der Energiestrategie 2050 ist, nicht zu gefährden. Allerdings sieht die Realität ganz anders aus. Immer mehr Besitzer von Speicher-, Pumpspeicher- und Laufwasserkraftwerken müssen sich gegen die finanzielle Belastung bewältigen, die diese Kraftwerke mittlerweile mit sich bringen. Viele Werke produzieren jetzt Kosten, die recht deutlich oberhalb der Marktpreise liegen, die wegen Überkapazitäten eingebrochen sind. Betroffen sind hiervon vor allen Dingen Werke, die noch nicht abgeschrieben sind.

 
 

Hier ist ein Video, mit dem das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation für die Energiestrategie 2050 wirbt:

 

 
 

Neue Kraftwerke werden nicht gebaut – ältere warten auf Subventionen zur Modernisierung

Viele Versorger hatten bereits neue Kraftwerke geplant, allerdings sind diese Pläne längst in den Schubladen gelandet. Viel schlimmer ist aber, dass auch die bestehenden Anlagen nicht mehr ohne finanzielle Hilfe des Staates erneuert werden können. Zum Teil wurden bereits Investoren gesucht, um die Kraftwerke so gut es geht am Laufen zu halten.

Die Schweiz verspielt ihren Trumpf – die Wasserkraft

Es ist vollkommen unnötig, dass die Schweiz ihren Trumpf, die Wasserkraft, so leichtfertig verspielt. Wenn die Energieproduktion auf ein umweltschonenderes System umgestellt werden soll, dann wäre es ratsam, dass die Wasserkraft auf jeden Fall den größten Beitrag dazu leisten sollte. International gesehen ist es so, dass sich die Stromerzeugungskapazitäten bei der Wasserkraft seit dem Jahr 1980 verdoppelt haben. Rund ein Viertel des Stroms, der insgesamt erzeugt wird, kommt aus erneuerbaren Energien. Etwa drei Viertel dieses Anteils steuert die Wasserkraft bei. Prognosen nach soll es so sein, dass die Wasserkraft-Kapazitäten bis zum Jahr 2040 noch weiterhin zunehmen sollen, man geht von einem bis zwei Dritteln aus weltweit.

Quelle: http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/energiestrategie-der-schweiz-schwache-wasserkraft-ld.113897


 

Meinungen der Leser:

Hier haben wir einmal ein paar der Meinungen der Leser zu diesem Artikel zusammengefasst. Es gibt sehr viele unterschiedliche Meinungen, aber auch viele Gemeinsamkeiten, wie zum Beispiel den bisher ausgebliebenen Volksentscheid.

Volksentscheid – ist er die Lösung?

Die Schweiz ist bekannt dafür, dass sehr viele Volksentscheide durchgeführt werden, dies bedeutet, dass die Bürger aktiv an den Beschlüssen des Bundesrates teilhaben, indem sie ihre Stimme abgeben. Da stellen sich viele Bürger natürlich die Frage, warum ausgerechnet dieses umstrittene Thema Energiestrategie 2050 die Bürger bisher nicht an die Urnen gerufen hat. Dies ist auch genau der Punkt, der die meisten Nutzer, die Kommentare zu diesem Bericht abgegeben haben, beschäftigt. Allgemein ist man der Meinung, dass diese Energiestrategie 2050 bei einem Volksentscheid keinerlei Chancen haben würde. Ist dies vielleicht der Grund dafür, dass es bisher noch keinen Entscheid gegeben hat?

Wasserkraftbefürworter vs. Wasserkraftgegner

Wie immer ist es auch hier so, dass sich sehr schnell zwei Lager unter den Kommentierenden gebildet haben. Die einen machen der Regierung Vorwürfe, dass sie die Wasserkraftwerke nicht ausreichend unterstützt, die anderen argumentieren, dass sie sowieso unnötig sind und Photovoltaik oder Windkraft auf jeden Fall die besseren Energien seien. Die Argumente sind altbekannt, immer wieder wird mit Zahlen um sich geworfen, die in irgendwelchen Berichten genannt werden, oft haben sie weder Hand noch Fuß, aber man argumentiert mit ihnen.

Die Suche nach dem Übeltäter

Aber für die Misere muss es ja einen Übeltäter geben, und der ist bei vielen im Kohlestrom aus Deutschland zu finden, der ja auch durch die Schweizer Stromversorger mitfinanziert werden soll. Lesen Sie dazu den passenden Bericht:

Deutsche Kohleförderung bringt in der Schweiz selbst ehemals rentable Wasserkraftwerke in Probleme

Zu wenig Voraussicht bei den Schweizer Versorgern?

Es gibt auch die Meinung, dass die Wasserkraft in der Schweiz zwar unter den tiefen Preisen in Europa leidet, die durch den starken Zuwachs von Solar- und Windkraft ausgelöst wurde, aber dass dies Marktfaktoren seien, die man seitens der Versorger in der Schweiz hätte vorhersehen müssen.

Überkapazitäten – durch Subventionen finanziert?

Auch dies ist ein Punkt, der recht kontrovers diskutiert wird, ist es wirklich so, dass es nur aufgrund der Subventionen zu Überproduktionen kommt? Und selbst wenn es so ist wird ebenfalls argumentiert, dass die Subventionen ja auch für Innovation stehen. Gäbe es die Subventionen nicht, hätte der Meinung eines Lesers nach wohl kein Unternehmen je in die Energieerzeugung investiert.

Geld verschwindet bei Managern und Co.

Viele Leser fragen sich, warum die Wasserkraftwerke eigentlich so wenig Geld übrig haben und äußern die Vermutung, dass sehr viel des Gewinns der Kraftwerke in andere Bereiche fließt, so wie beispielsweise in die Entlohnung der Arbeit der Manager. Hier sieht man einen Verbesserungsbedarf.

Wasserkraft – die einzige wirklich erneuerbare Energie

Aufgrund der Tatsache, dass Wasserkraft die einzige Energie ist, die immer zur Verfügung steht, ist die Wasserkraft für einige Leser die einzige erneuerbare Energie. Die Sonne scheint nachts nicht, und auch wenn es in der letzten Zeit immer öfter windig ist, oder ein Sturm über das Land fegt, gibt es doch immer windstille Zeiten. Dann kann weder Solarstrom noch Windenergie erzeugt werden. Das Wasser fließt immer kontinuierlich weiter, egal ob Tag oder Nacht. Dies macht die Wasserkraft für viele zu einer Energie, auf die man für die Zukunft setzen sollte.

Der Mix macht es

Einige der Leser scheinen auf einem Weg zu sein, der wahrscheinlich eine sehr gute Lösung sein könnte – ein effektiver Mix aus erneuerbaren Energien. Warum soll eine der erneuerbaren Energien die einzige sein, auf die man setzt? Wenn man für das Zusammenwirken von Wasserkraft, Solar und Wind eine gute Strategie entwickelt, bei der sich die Energien nicht bekämpfen, sondern miteinander arbeiten, könnte daraus der bestmögliche Nutzen für die Menschen und die Umwelt resultieren. Vielleicht ist es doch einmal an der Zeit für die Versorger, sich nicht nur Gedanken um den eigenen Profit zu machen, sondern wirklich das Wohl der Umwelt im Blick zu haben.

Hier noch ein Screenshot einer Lesermeinung, die im Grunde genommen diesen Punkt widerspiegelt:

 

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